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Ein Bild aus einer Videobotschaft des Islamischen Staates.
Ein Bild aus einer Videobotschaft des Islamischen Staates.(Foto: picture alliance / dpa)

Streng geregelter Terror: IS-Dschihadisten sind penible Bürokraten

Der Islamische Staat ist für seine Brutalität bekannt. Erbeutete Dokumente der Dschihadisten zeigen nun, wie akribisch genau der Alltag im selbstdeklarierten Kalifat geregelt ist - vom Umgang mit Kriegsbeute bis zur Behandlung von Sklaven.

Mit barbarischen Anschlägen verbreitet der Islamische Staat Angst und Schrecken. Dass die Terrormiliz zu allem bereit und unfassbar brutal ist, ist bekannt. Beschlagnahmte IS-Dokumente zeigen nun erstmals, wie der Alltag im Kalifat minutiös geregelt wird. Wie Reuters auf der englischsprachigen Seite berichtet, durfte die Nachrichtenagentur erbeutete Papiere sichten, die die US-Regierung bei einem Spezialeinsatz bereist im Mai sichergestellt hatte. Damals war das hochrangige IS-Mitglied Abu Sayyaf getötet worden.

Um im Irak und in Syrien den Anschein von Rechtsstaatlichkeit zu vermitteln, setzt die IS-Miliz dem Reuters-Bericht zufolge auf klare Strukturen sowie auf Symbole - etwa eine gemeinsame Fahne und Währung. Solche Symbole werden seit jeher auch im Westen verwendet, um kollektive Identitäten zu stärken. Bei den beschlagnahmten Dokumenten handelt es sich zum Teil um Fatwas, also islamische Rechtsauskünfte, die sowohl rechtliche als auch religiöse Fragen klären sollen. Zudem scheint der IS über Abteilungen zu verfügen, die unter anderem die Aufteilung von Kriegsbeute regeln. Dies beinhaltet auch den Umgang mit Sklaven und die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen wie Erdöl.

"Diwan" legt Regeln fest

Die geheimen Dokumente zeichnen darüber hinaus ein Bild von der Führungsebene der IS-Terroristen, sowie den Strukturen, die den Alltag in den besetzten Gebieten regeln. Sogenannte "Diwans" sind jeweils auf eigene Fachbereiche spezialisiert. So regelt ein "Diwan" den Umgang mit Bodenschätzen, sowie den Verkauf von antiken Kulturschätzen, ein anderer "Diwan" legt hingegen die Regeln für den Umgang mit "Kriegsbeute" fest und wie im Kalifat mit Sklaven umzugehen ist.

Die erbeuteten Fatwas zeigen zudem wie die Vergewaltigung von weiblichen Gefangenen oder die Behandlung von Sklaven mit Kleinkindern im Kalifat geregelt ist. Demnach dürfen versklavte Frauen nicht von ihren Kindern getrennt werden, jedoch ist den IS-Kämpfern offiziell gestattet, Sex mit weiblichen Sklaven zu haben. Ein Dokument, die "Fatwa Nummer 64", beschreibt, unter welchen Umständen Kämpfer des IS Sex mit Sklavinnen haben können.

Vor wenigen Tagen hatte Reuters über eine Fatwa des Islamischen Staates berichtet, die den Handel mit menschlichen Organen billigt.

Quelle: n-tv.de

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