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Satellitenbilder zeigen: Das Sankt-Elias-Kloster im Irak ist verschwunden.
Satellitenbilder zeigen: Das Sankt-Elias-Kloster im Irak ist verschwunden.(Foto: AP)

Christliche Kultstätte im Irak: IS-Miliz zerstört Sankt-Elias-Kloster

Wieder fällt ein antikes Bauwerk der Zerstörungswut der Terrormiliz Islamischer Staat zum Opfer: Von dem einstigen Zentrum der christlichen Gemeinde im Irak ist nichts übrig geblieben. Die Empörung ist weltweit groß - ebenso wie die Machtlosigkeit.

Es war das älteste christliche Kloster im Irak - nun ist dort, wo Dair Mar Elia einst stand, nur noch ein Trümmerfeld. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die religiöse Stätte nahe der irakischen Stadt Mossul bereits 2014 völlig dem Erdboden gleichgemacht. Erst jetzt zeigen Satellitenbilder der Nachrichtenagentur AP das ganze Ausmaß der Zerstörung. Kein Stein des 1400 Jahre alten Bauwerks liegt mehr auf dem anderen. Dem Experten Stephen Wood zufolge, den "Spiegel Online" zitiert, müssen die Islamisten den massiven Steinwänden mit schwerem Gerät, "Bulldozern, Vorschlaghammer und womöglich Sprengstoff" zu Leibe gerückt sein.

Das christliche Kloster war im Jahr 595 gegründet worden.
Das christliche Kloster war im Jahr 595 gegründet worden.(Foto: AP)

Als törichten und bösartigen Akt bezeichnete die Generaldirektorin der Unesco, Irina Bokova, die Tat. "Unabhängig von ihren unbarmherzigen Verbrechen werden die Extremisten die Geschichte niemals auslöschen können." Trotzdem ist das Sankt-Elias-Kloster längst nicht das einzige altertümliche Kulturgut, das den Dschihadisten zum Opfer fiel. Zuletzt sprengten sie im August des vergangenen Jahres den antiken Baaltempel, eine Weltkulturerbestätte im syrischen Palmyra. Die Tat hatte international für Empörung gesorgt.

"Blutantiken" finanzieren den IS

Dennoch bleibt die Plünderung und Zerstörung von Kultstätten ein einträgliches Geschäft. "Der IS zerstört jahrtausendealte Kulturgüter, wenn sie zu groß oder zu berühmt sind", erklärte der Kriminalarchäologen Michael Müller-Karpe. "Was klein und transportabel ist, wird verkauft." Solche "Blutantiken" aus Syrien und dem Irak werden auch in Europa zu Spitzenpreisen gehandelt - die Unesco hatte deshalb schon im September einen besseren Schutz gefährdeter Welterbestätten in der umkämpften Region gefordert.

Das Sankt-Elias-Kloster war im Jahr 595 gegründet worden - und war lange das christliche Zentrum in der Region um Mossul. Im 17. Jahrhundert war es zunächst renoviert worden, bevor ein persischer General im Jahr 1743 die Zerstörung anordnete. 150 Mönche, die zu diesem Zeitpunkt in dem Kloster gelebt hatten, ließ er ermorden. Danach dauerte es zwei Jahrhunderte, bevor Teile des Gebäudes während des Ersten Weltkrieges restauriert wurden.

Quelle: n-tv.de

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