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Bei einem ähnlichen Anschlag im Juni 2016 auf Basra, Najaf, Al-Nasirija, Hilla und Kut waren 21 Menschen ums Leben gekommen.
Bei einem ähnlichen Anschlag im Juni 2016 auf Basra, Najaf, Al-Nasirija, Hilla und Kut waren 21 Menschen ums Leben gekommen.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 14. September 2017

Mindestens 36 Tote - auch Iraner: IS-Terroranschlag erschüttert Süden Iraks

Der Süden des Iraks gilt als vergleichsweise sicher: Nun erschüttert ein Terroranschlag die Provinz Thi Kar. IS-Kämpfer eröffnen plötzlich das Feuer auf Restaurantgäste. Wenig später zünden sie eine Autobombe an einem Kontrollpunkt. Es gibt Dutzende Tote.

Bei einem Doppelanschlag auf ein Restaurant und einen Kontrollpunkt im Südirak sind mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien 15 Iraner, hieß es aus medizinischen Kreisen in der Provinz Thi Kar. Die Nachrichtenseite Al-Sumaria berichtete unter Berufung auf die dortige Gesundheitsbehörde sogar von 50 Toten und 87 Verletzten.

Iraks Innenministerium erklärte, Bewaffnete hätten zunächst auf Besucher eines Restaurants an einer Schnellstraße nahe der Stadt Al-Nasirija geschossen. Al-Sumara meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Männer in Militäruniformen hätten wahllos auf die Gäste gefeuert. Später sei an einem Kontrollpunkt einer der Wagen der Angreifer explodiert. Aus lokalen Quellen hieß, die Bewaffneten seien in Richtung der weiter südlich gelegenen Großstadt Basra geflohen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Das IS-Sprachrohr Amak berichtete im Internet von einem Selbstmordanschlag und bewaffneten Angreifern. Die sunnitischen Extremisten bekennen sich immer wieder zu Attentaten im Irak. Der IS nimmt dabei vor allem Schiiten ins Visier. So will die Miliz zwischen die Spannungen zwischen den beiden größten Konfessionen des Iraks weiter verschärfen.

Der vor allem von Schiiten bewohnte Süden gilt eigentlich als stabil. Anders als etwa in der Haupstadt Bagdad gab es dort in der Vergangenheit kaum Attentate. Die IS-Terrormiliz hatte in den vergangenen Monaten im Irak massive Verluste erlitten. Zuletzt konnten irakische Regierungstruppen die frühere IS-Hochburg Mossul im Norden des Landes und die nahe gelegene Stadt Tal Afar einnehmen. Damit haben die Extremisten den allergrößten Teil ihres früheren Herrschaftsgebietes im Irak wieder verloren.

Quelle: n-tv.de

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