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Viele Tote nach einem Anschlagsserie in Kamischli.
Viele Tote nach einem Anschlagsserie in Kamischli.(Foto: REUTERS)

Bombenexplosionen in Kamischli: IS bekennt sich zu Anschlägen

Bei einer Anschlagsserie in der nordsyrischen Stadt Kamischli werden Dutzende Menschen getötet oder verletzt. Die Terrormiliz IS soll sich zu den Taten bekannt haben. Kamischli wird mehrheitlich von Kurden bewohnt.

Bei zwei Bombenattentaten in einem von Christen bewohnten Stadtteil der nordsyrischen Kurdenhochburg Kamischli sind mindestens 17 Menschen getötet worden. Weitere 30 wurden nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw verletzt, als die Sprengsätze am Mittwochabend nahe einem Café und vor einem Restaurant in der Stadt in der Nähe der türkischen Grenze detoniert waren. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens 18 Toten.

Die Terrormiliz IS bekannte sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Stellungnahme zu den Anschlägen. "Soldaten des Kalifats" hätten Sprengstoffgürtel für die Tat benutzt, hieß es in einer Botschaft im Namen des Islamischen Staates, die von Unterstützern am Donnerstag online geteilt wurde. Der Text sprach nicht explizit von Selbstmordattentätern.

Insgesamt 21.000 tote Zivilisten

Unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen berichtete Rudaw, zwei Selbstmordattentäter hätten sich in die Luft gesprengt. Die mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt Kamischli war zuletzt mehrfach Ziel von Anschlägen, die dem IS zugeschrieben wurden. Am 12. Dezember waren bei drei aufeinanderfolgenden Selbstmordanschlägen in derselben Provinz im Nordosten Syriens 26 Menschen gestorben.

Kurdische Truppen gehören zu den effizientesten Kämpfern gegen die Terrormiliz IS, die weite Teile in Syrien und dem Irak kontrolliert. Vergangene Woche feierten kurdisch geführte Einheiten die Eroberung eines strategisch wichtigen Staudammes von den Dschihadisten in Nordsyrien.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle kamen 2015 im syrischen Bürgerkrieg knapp 21.000 Zivilisten ums Leben, darunter mehr als 2500 Kinder. Demnach waren weit mehr als ein Drittel der insgesamt etwa 55.000 Todesopfer Unbeteiligte. Zudem seien mehr als 16.000 islamistische Rebellen, darunter auch Kämpfer der Terrormiliz IS und der Al-Nusra-Front - dem syrischen Ableger von Al-Kaida - gestorben. 2015 war demnach das Jahr mit den dritthöchsten Todeszahlen nach dem Ausbruch des Konflikts 2011. Seitdem starben UN-Angaben zufolge mehr als 250.000 Menschen.

Geiseln in Ramadi

Im kürzlich von Regierungstruppen zurückeroberten irakischen Ramadi sollen Kämpfer des IS derweil etwa 200 Familien als Geiseln halten. Die Dschihadisten hielten sie im Osten der Großstadt fest, um ein Ende der Luftangriffe der internationalen Koalition und der Suche der Armee nach versprengten IS-Mitgliedern zu erzwingen, sagte der Vorsitzende des Rates der betroffenen Provinz Al-Anbar.

Bereits am Mittwoch hätten IS-Kämpfer 40 Zivilisten in der Stadt getötet. Weitere Details nannte der Sprecher nicht. Die irakische Armee hatte Ramadi, das im Mai von den Dschihadisten überrannt worden war, am Montag für befreit erklärt. Allerdings sind noch immer nicht alle Viertel der Stadt vollständig unter Kontrolle des Militärs.

Quelle: n-tv.de

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