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Die ägyptischen Sicherheitskräfte sind das Ziel der Dschihadisten im Land, die jetzt den "Segen" der IS-Miliz aus Syrien erhalten haben.
Die ägyptischen Sicherheitskräfte sind das Ziel der Dschihadisten im Land, die jetzt den "Segen" der IS-Miliz aus Syrien erhalten haben.(Foto: REUTERS)

Neue Terrorkooperation?: IS stärkt seine "ägyptischen Brüder"

Ägypten steht bei den Dschihadisten des IS nicht offiziell auf dem Zettel. Über ein Pamphlet im Internet rufen sie jetzt aber ihre "Brüder" auf dem Sinai dazu auf, den Soldaten dort die Köpfe abzuschneiden. Die Anschläge gegen "Pharao Sisi" seien der "richtige Weg".

Die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat hat zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel aufgerufen. "Spickt die Straßen mit Sprengstoff. Greift ihre Stützpunkte an. Überfallt ihre Häuser. Schneidet ihnen die Köpfe ab, lasst sie sich nicht in Sicherheit wiegen und jagt sie, wo auch immer sie sich aufhalten", heißt es in einem im Internet veröffentlichten Appell des IS an Islamisten-Gruppen in dem nordafrikanischen Land.

Die "gesegneten Aktionen" gegen die Soldaten von Präsident Abdul Fattah al-Sisis auf dem Sinai hätten "Hoffnung aufkommen" lassen in Ägypten. Sisi nennen sie dabei den "neuen Pharao", was auf den Beinamen des 2011 gestürzten Langzeitherrschers Husni Mubarak anspielt. Mubarak hatte selbst gemäßigte Islamisten jahrzehntelang verfolgt und einsperren lassen.

Kontakte zwischen dem IS und einheimischen Extremisten in Ägypten sind belegt. Auch die ägyptische Regierung hat das inzwischen eingeräumt. Der IS, der Teile Syriens und des Iraks unter seiner Kontrolle hat, sei in Ägypten aber nicht selbst aktiv. Ein Mitglied der ägyptischen Terrorvereinigung Ansar Beit al-Makdis sagte, der IS habe sie mit Anleitungen versorgt, wie sie wirksamer agieren könnten.

Seit dem Sturz des 2012 gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Jahr verüben Extremisten regelmäßig Anschläge auf ägyptische Soldaten und Polizisten. Mehrere hundert Sicherheitskräfte sind seither getötet worden. Erst am Sonntag starben wieder drei Polizisten durch einen Bombenanschlag in der Nähe des Außenministeriums in Kairo. Zu der Tat bekannte sich eine militante Gruppe.

Quelle: n-tv.de

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