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Dienstag, 26. Juli 2016

Kündigte der Attentäter die Tat an?: IS verbreitet Bekennervideo zu Ansbach

Eine IS-nahe Nachrichtenagentur stellt einen Clip ins Internet, auf dem der Attentäter von Ansbach zu sehen sein soll. Die Person kündigt nicht nur einen Anschlag in Bayern an - es finden sich auch Hinweise, dass sie schon länger Mitglied des IS ist.

In einem vermeintlichen Bekennervideo hat der mutmaßliche Attentäter von Ansbach den Selbstmordanschlag in Bayern angekündigt. Das Video wurde in der Nacht zum Dienstag von "Amak", dem Sprachrohr der Terrormiliz Islamischer Staat, im Internet verbreitet.

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Zu sehen ist eine mit einem schwarzen Tuch vermummte Person, die laut Beschreibung der Syrer sein soll, der sich mit einer Bombe bei einem Musikfestival in Ansbach in die Luft gesprengt hat. Der Mann sagt in dem Video, er schwöre dem IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi erneut die Treue. Das könnte insofern bemerkenswert sein, da sich die Person anscheinend schon länger als Mitglied des IS betrachtet.

Die Person kündigt zudem "eine Märtyreroperation in Ansbach in Bayern" an und rechtfertigt die bevorstehende Tat mit den Angriffen der internationalen Koalition auf Muslime. Der IS habe diesen Krieg nicht begonnen, "ihr werdet nicht in Frieden leben, so lange ihr den IS bekämpft". Die Echtheit des Videos ließ sich vorerst nicht bestätigen.

Handyvideo von Attentäter

Schon zuvor hatten Ermittler auf einem Handy, das sie mit dem Attentäter in Verbindung bringen, ein Video mit einer Anschlagsdrohung gefunden: Darin kündigt eine Person einen Racheakt gegen Deutsche an und schwört Baghdadi die Treue.

Das IS-nahe Medium "Amak" veröffentlichte zudem eine Erklärung, der Täter sei "Aufrufen" gefolgt, die Staaten der internationalen Militärkoalition gegen den IS im Irak und Syrien "ins Visier zu nehmen". Der IS bezeichnete ihn als seinen "Soldaten". Worin genau die Verbindung bestanden haben soll, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Der 27-Jährige hatte sich am Sonntagabend bei einem Musikfestival in Ansbach in die Luft gesprengt. 15 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Laut Innenminister de Maizière sollte der 27-jährige Syrer nach Bulgarien abgeschoben werden. Er war vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Vor etwa einem Jahr wurde sein Asylantrag abgelehnt, er lebte seitdem unter Duldung in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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