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Allein in Mossul sollen 800 - 900 Kinder durch den IS entführt worden sein.
Allein in Mossul sollen 800 - 900 Kinder durch den IS entführt worden sein.(Foto: picture alliance / dpa)

UN: Versuchter Völkermord: IS zwingt 3500 Menschen zur Sklaverei

Das Leid der ethnischen Minderheiten in den IS-Gebieten geht trotz internationaler Bemühungen unvermindert weiter. In einem beunruhigenden UN-Bericht ist nun sogar von Sklavenhaltung die Rede. Insbesondere Jesiden sind betroffen.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hält nach UN-Angaben schätzungsweise 3500 Menschen im Irak als Sklaven gefangen. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder und gehörten zur religiösen Minderheit der Jesiden, heißt es in einem vorgelegten gemeinsamen Bericht der UN-Hilfsmission für den Irak und des UN-Büros für Menschenrechte.

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Unter den Gefangenen seien aber auch Angehörige anderer ethnischer oder religiöser Minderheiten. Das Vorgehen des IS gegen die irakische Volksgruppe der Jesiden könnte nach Einschätzung der UN als Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder gar als versuchter Völkermord gewertet werden.

Systematische Kindesentführungen

Der Bericht beschreibt, wie Gefangene erschossen, enthauptet, lebend verbrannt oder von Gebäuden gestoßen werden. Auch Kindersoldaten seien ermordet worden. Den Vereinten Nationen lägen Informationen vor, denen zufolge in der IS-Hochburg Mossul 800 bis 900 Kinder entführt wurden, um sie militärisch oder religiös auszubilden.

Doch auch die Opferzahlen würden nicht ausreichend deutlich machen, wie sehr Zivilisten im Irak litten, sagte UN-Menschenrechtskommissar Seid Ra'ad al-Hussein. Zahllose Menschen seien gestorben, weil sie keinen Zugang zu Wasser, Nahrungsmittel oder Medikamente gehabt hätten. Der Bericht lege den Horror offen, dem die irakischen Flüchtlinge zu entkommen versuchten, wenn sie sich auf den Weg nach Europa oder in andere Regionen machten.

Der IS war im Sommer 2014 im Irak in die Gebiete der Jesiden eingedrungen und hatte Tausende Menschen getötet und gefangengenommen. Die Extremisten bezeichnen die Jesiden als Teufelsanbeter. Die Gewalt gegen die Minderheit war der Anstoß für die USA, in den Konflikt einzugreifen.

Quelle: n-tv.de

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