Politik
Ein Checkpoint in Idlib.
Ein Checkpoint in Idlib.(Foto: REUTERS)
Freitag, 15. September 2017

Mehr Schutz für Flüchtlinge: Idlib wird vierte Sicherheitszone in Syrien

In Syriens Sicherheitszonen sollen Zivilisten Schutz finden. Drei solcher Bereiche gibt es bereits. Tatsächlich nimmt die Gewalt seit der Einrichtung der Zonen spürbar ab. Deswegen beschließen Russland, der Iran und die Türkei, weitere Deeskalationszonen einzurichten.

Zu einer Befriedung im Syrienkrieg bauen Russland, der Iran und die Türkei ihr System von Sicherheitszonen aus. In der von islamistischen Regierungsgegnern beherrschten Provinz Idlib im Nordwesten des Landes wird eine vierte sogenannte Deeskalationszone eingerichtet. Bei den Syrien-Gesprächen in Astana trafen die drei ausländischen Mächte Absprachen für alle vier Zonen, die ein halbes Jahr lang gelten sollen.

In diesen Gebieten sollen Binnenflüchtlinge Schutz finden. In den drei früher festgelegten Zonen, zum Beispiel in Vororten von Damaskus, gibt es zwar noch Gefechte zwischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition. Die Gewalt hat aber spürbar abgenommen. Das türkische Außenministerium erklärte, Kräfte aus Russland, dem Iran und der Türkei würden an Kontroll- und Beobachtungspunkte entsandt. Sie sollten Zusammenstöße zwischen der syrischen Regierung und der Opposition verhindern.

Die syrische Opposition hat sich mehrfach gegen iranische Beobachter ausgesprochen, weil von Teheran finanzierte Kräfte im Bürgerkrieg an der Seite der Regierung kämpfen. Die Provinz Idlib wird vollständig von Rebellen kontrolliert. Dabei dominiert das Bündnis Haiat Tahrir al-Scham (HTS), das vom syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida angeführt wird.

1,3 Millionen Menschen warten in Idlib auf Hilfe

In arabischen Medien wurde spekuliert, ob Russland, der Iran und die Türkei die Zone in Idlib nutzen könnten, um die radikale Miliz zu zerschlagen. Dort leben nach Angaben der UN rund zwei Millionen Menschen, darunter ungefähr eine Million Vertriebene. Etwa 1,3 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Hilfsorganisationen bringen die Güter aus der benachbarten Türkei ins Land.

Nach der sechsten Gesprächsrunde in der Hauptstadt von Kasachstan sprach der Chef-Unterhändler der syrischen Regierung, Baschar al-Dschafari, von einem Erfolg, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete. Die Einigung verpflichte alle Seiten, den Kampf gegen die IS-Terrormiliz und Al-Kaida fortzusetzen. Der Sprecher der Oppositionsdelegation in Astana, Jahja al-Aridi, sagte, jedes Abkommen sei akzeptabel, das die Gewalt und die Tötung unschuldiger Zivilisten stoppe.

Eine weitere Astana-Runde wurde für Ende Oktober angesetzt. Die Gespräche sollen die UN-geführten Friedensverhandlungen in Genf ergänzen. Russland und der Iran unterstützen die syrische Führung militärisch, die Türkei gilt als Schutzmacht der Opposition.

Quelle: n-tv.de

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