Samstag, 16. September 2006
Der Berg wächst: Immer mehr Gammelfleisch
Die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungswirtschaft geht davon aus, dass die bisher entdeckten 1.500 Tonnen Gammelfleisch "erst die Spitzes des Eisberges" sind. Der Vorsitzende der Vereinigung, Jürgen Abraham, sagte der "Hamburger Morgenpost": "Wir müssen mit der zehnfachen Menge rechnen".
Abraham kritisierte die staatliche Lebensmittelkontrolle: "Der Staat verletzt hier seine Aufsichtspflicht" und verweigere die notwendige Kontrolle der Warenströme. Die Zahl der 2.500 Lebensmittelkontrolleure müsse verdoppelt werden.
Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) hat die Bundesländer aufgefordert, die Lebensmittelkontrollen weiter zu verschärfen und auch den Strafrahmen auszuschöpfen. "Der Strafrahmen ist hervorragend. Doch Haftbefehle und Betriebsschließungen müssen auch angewandt werden", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Seehofer sprach sich erneut für eine öffentliche Namensnennung von Unternehmen aus, in denen Gammelfleisch gefunden wird. Zwar werde nun genauer kontrolliert, doch dies dürfe kein Strohfeuer sein. Lebensmittelverstöße würden vielfach noch als Bagatelldelikte behandelt.
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