Freitag, 10. August 2007
Steigendes Risiko: Immer mehr Hochwasser
Das Bundesumweltministerium rechnet mit einer weiteren starken Zunahme der Hochwasser-Gefahr. "Das Hochwasser- Risiko in Deutschland wird sich in absehbarer Zukunft verzehnfachen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums, Michael Müller (SPD) der "Rheinischen Post".
"Es liegen in der Zwischenzeit zahlreiche Untersuchungen vor, die aufweisen, dass es durch die Erwärmung zu immer mehr Wasserdampf in der Atmosphäre kommt", erklärte Müller bei n-tv. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass aufgrund des Klimawandels im Winter mit etwa 40 Prozent mehr Niederschlag gerechnet werden muss und außerdem immer weniger Wasser in Schnee und Eis gespeichert wird. Wasserabflüsse werden sich dadurch drastisch erhöhen.
Kritik am Hochwasserschutz
Seit der Jahrhundert-Flut an der Elbe vor fünf Jahren hätten die Länder viel zu wenig für den Hochwasserschutz getan, sagte der Umwelt-Staatssekretär. Müller sieht das Grundproblem darin, "dass wir in der Regel immer erst reagieren, wenn Katastrophen eingetreten sind. Der Klimawandel ist aber ein Problem, der in einer gewissen Weise die Zukunft programmiert."
Jörn Ehlers vom WWF Deutschland teilt diese Einschätzung: "Man konzentriert sich nach so einer Flut oft darauf, die technischen Schutzmaßnahmen und Deiche zu erhöhen, man denkt aber nicht ganzheitlich", kritisierte Ehlers bei n-tv. "Wir brauchen eigentlich mehr natürliche Überflutungsflächen."
Alarmierende UN-Zahlen
Den Vereinten Nationen zufolge sind jedes Jahr rund 500 Millionen Menschen von schwerem Hochwasser und Überflutungen betroffen. Zwischen 2004 und 2006 habe die Zahl dieser Naturkatastrophen von 60 auf über 100 zugenommen, sagte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Margareta Wahlström. Betroffen seien nicht nur Regionen in Asien mit ihren jährlichen Monsun-Regenfällen, sondern auch Länder wie Sudan, Kolumbien, Äthiopien und Afghanistan.
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