Donnerstag, 17. September 2009
Viel zu viel und viel zu teuer: Immer mehr Medikamente
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gab 2008 deutlich mehr Geld für Medikamente aus als im Vorjahr. Die Kosten für Arzneimittel stiegen um rund fünf Prozent, heißt es im Arzneiverordnungs-Report 2009.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
AOK-Chef Herbert Reichelt beschwerte sich, Deutschlands Ärzte verordneten zu viele teure und überflüssige Medikamente.
29,2 Milliarden Euro haben Medikamente die gesetzlichen Kassen laut Report im vergangenen Jahr gekostet. Damit seien Arzneimittel der am stärksten gestiegene Ausgaben-Posten der GKV. Besonders stark hätten zum Beispiel Antidiabetika, Tumor- und Immuntherapeutika die Kosten in die Höhe getrieben. Für Arzneimittel sind dem Report zufolge fünf Milliarden Euro mehr ausgegeben worden als für ärztliche Behandlungen. Allerdings seien auch diese Kosten in etwa gleicher Höhe gestiegen.
Insgesamt könnten laut Report bei der Arzneimittelversorgung 3,4 Milliarden Euro eingespart werden, davon allen 1,7 Milliarden Euro durch das Verschreiben preisgünstigerer Analogpräparate.
Der Chef des AOK-Bundesverbands, Herbert Reichelt, forderte in der "Bild"-Zeitung, dieses Geld solle lieber für "wirklich neue und bessere Medikamente" ausgegeben werden. Auch die Linke kritisierte, die patentgeschützten Arzneimittel seien zu teuer. Ihr Gesundheitsexperte Frank Spieth forderte zudem eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente.ehr.
AFP
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