Freitag, 07. März 2008
Der soziale Kitt der Szene: Immer mehr "Neonazistinnen"
Die Bedeutung von Frauen in der rechten Szene wird nach Ansicht des Extremismusexperten Karl-Georg Ohse bisher unterschätzt. "Rechtsextreme Frauen sind der soziale Kitt in der Szene", sagte der Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Westmecklenburg. Zudem beobachte man, dass Frauen mit rechtem Gedankengut stärker in soziale Berufe drängten und sich in Kita- und Schulelternvertretungen engagierten, ohne dort gleich mit ihrer politischen Meinung aufzufallen.
"Frauen sind nicht nur für die Außenwirkung von Parteien wie der NPD wichtig, sie sind auch wichtigstes Bindeglied zwischen Partei und Gesellschaft", erläuterte Ohse. Die am häufigsten anzutreffende Altersgruppe seien 14- bis 20-Jährige. Sie seien oft intelligenter als die Männer in ihrem Umfeld und gäben sich meist eher brav und bürgerlich gekleidet.
Möglichkeiten, sich als Frau mit rechtem Gedankengut einzubringen, sähen einige "Neonazistinnen" darin, sich in Elternräten zu engagieren, das Ausmalen von Schulräumen oder Klassenfahrten und Flohmärkte zu organisieren. "Da wird dann meist die Mutterrolle vorgeschoben, man gibt sich zunächst politisch desinteressiert", sagte Ohse.
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