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Im Blick der Sicherheitsbehörden: In Deutschland leben 450 Gefährder

Als Reaktion auf die Brüsseler Attentate macht sich die Bundesregierung für einen besseren Datenaustausch über islamistische Gefährder in Europa stark. Hunderte von ihnen leben allein in Deutschland.

In Deutschland halten sich nach Angaben des Innenministeriums derzeit rund 450 sogenannte islamistische Gefährder auf. "Es liegen derzeit Erkenntnisse zu mehr als 800 deutschen Islamisten und Islamistinnen vor, die in die Kampfregionen gereist sind", sagte ein Ministeriumssprecher weiter. Sie hätten sich dort dem Islamischen Staat oder anderen terroristischen Gruppierungen angeschlossen. Etwa ein Drittel dieser Personen sei nach Deutschland zurückgekehrt "und ist im Blick der Sicherheitsbehörden".

Mit Blick auf die Brüsseler Attentate erklärte der Sprecher, der Datenaustausch der europäischen Sicherheitsbehörden müsse verbessert werden. Es gebe in den Mitgliedsstaaten "eine unterschiedlich ausgeprägte Bereitschaft" mitzuwirken. "Deutschland hat da eine Vorreiterrolle." Ziel müsse sein, dass die Erkenntnisse für alle entscheidenden Behörden abrufbar seien.

Das soll auch Thema eines Sonder-Rates der Justiz- und Innenminister der EU-Staaten werden. Die Vertreter der 28 Mitgliedstaaten wollen am Donnerstagnachmittag in der belgischen Hauptstadt über die Lage beraten. Ein ähnliches Treffen hatte es im November auch nach den Anschlägen von Paris gegeben.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte einen verstärkten Datenaustausch der Sicherheitsbehörden in Europa angemahnt. Getrennte Datenbanken müssten miteinander verknüpft werden, sagte er. Dies hat der Minister in einem Schreiben an die EU-Kommission bereits am Tag vor den Anschlägen verlangt.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahn-Station im Europa-Viertel wurden mehr als 30 Menschen getötet und rund 270 weitere verletzt.

Quelle: n-tv.de

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