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Kinder wagen sich zum Spielen auf die Straße.
Kinder wagen sich zum Spielen auf die Straße.(Foto: dpa)

Waffenstillstand hält überwiegend: In weiten Teilen Syriens herrscht Ruhe

Kleiner Lichtblick in Syrien: In weiten Teilen des Landes schweigen die Waffen. Die Außenminister Russlands und der USA äußern sich erfreut über das Inkrafttreten der Waffenruhe. Dagegen gibt es im Norden Gefechte zwischen dem IS und kurdischen Einheiten.

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Trotz vereinzelter Gefechte ist die Gewalt in Syrien nach fünf Jahren Bürgerkrieg mit dem Beginn einer Waffenruhe deutlich zurückgegangen. Regime und Rebellen beschuldigten sich zwar gegenseitig, an mehreren Orten gegen die Feuerpause verstoßen zu haben. Der Leiter der oppositionsnahe Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte jedoch, die Waffenruhe sei erfolgreich.

Die russische Luftwaffe setzte am Samstag alle Angriffe aus. Damit sollten mögliche Fehltreffer zu Beginn der Waffenruhe ausgeschlossen werden, sagte ein Vertreter des Generalstabs in Moskau. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Al-Nusra-Front.

Kerry telefoniert mit Lawrow

"Lasst uns beten, dass es funktioniert", hatte der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, in Genf gesagt. Die Waffenruhe sei die beste Chance, die das syrische Volk in den vergangenen fünf Jahren gehabt habe. Er rechne damit, dass sie vereinzelt gebrochen werde. In dem Bürgerkrieg wurden bereits mehr als 250.000 Menschen getötet, elf Millionen wurden obdachlos. Syrische Quellen sprechen von 470.000 Todesopfern. Die Gewalt in Syrien ist eine der Hauptgründe für die Flüchtlingskrise in Europa.

Die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, äußerten sich in einem Telefonat erfreut über das Inkrafttreten der Waffenruhe im Bürgerkriegsland. "Die Chefdiplomaten haben das Inkrafttreten der Feuerpause in Syrien begrüßt", teilte das Außenministerium in Moskau mit. In ihrem Telefongespräch erörterten Lawrow und Kerry demnach auch "die Perspektiven für die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses für Frieden zwischen den Syrern im Rahmen der internationalen Syrien-Unterstützergruppe.

Steinmeier-Forderung an Assad-Regime

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief nach dem Beginn einer Waffenruhe zu einem politischen Dialog in Syrien auf. "Nicht überall wurde die vereinbarte Waffenruhe sofort und hundertprozentig eingehalten. Doch erstmals gibt es eine Chance auf eine wirkliche Atempause", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag".Mit jeder Stunde, die die Waffenruhe halte, "steigt für Millionen Syrer nicht nur im Land selbst, sondern auch für jene, die weltweit vor Krieg und Terror geflohen sind, die Hoffnung auf Frieden in Syrien".

Steinmeier forderte das Regime von Machthaber Baschar al-Assad auf, mehr Möglichkeiten für humanitäre Hilfe zu schaffen. "Wir müssen die Chance der Waffenruhe nutzen, um auch die humanitären Zugänge weiter zu verbessern", sagte Steinmeier. Hier liege die Verantwortung "primär bei der syrischen Regierung".

IS attackiert Kurden

Bei einem IS-Angriff auf kurdischen Einheiten im Norden Syriens kamen indes mehr als 60 Menschen ums Leben. Die Extremisten hätten eine Offensive auf die Stadt Tel Abjad an der Grenze zur Türkei begonnen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien mindestens 45 IS-Anhänger sowie 20 Kämpfer der Kurdenmiliz YPG und ihrer Verbündeten getötet worden. Zehn Luftangriffe der US-geführten internationalen Koalition hätten die Kurden unterstützt.

Bei der YPG handelt es sich um den bewaffneten syrischen Ableger der verbotenen türkischen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Sie beherrscht in Nordsyrien große Gebiete. Die YPG ist ein wichtiger Verbündeter des Westens im Kampf gegen den IS.

Quelle: n-tv.de

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