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Auch die Rekonstruktion zerschredderter Akten gehört nach wie vor zur Aufgabe der Stasi-Unterlagen-Behörde.
Auch die Rekonstruktion zerschredderter Akten gehört nach wie vor zur Aufgabe der Stasi-Unterlagen-Behörde.(Foto: dpa)

Mehr Anträge auf Einsicht als 2011: Interesse an Stasi-Akten hält an

Seit 22 Jahren ist Deutschland wiedervereint. Doch die Machenschaften der Stasi interessieren die Bevölkerung nach wie vor. Laut Stasi-Unterlagen-Behörde steigt die Zahl der Anträge auf Akteneinsicht im Vergleich zum Vorjahr sogar noch an.

Auch mehr als 22 Jahre nach dem Ende der DDR lässt das Interesse an den Akten der früheren Staatssicherheit nicht nach. Wie die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Angaben der Stasi-Unterlagen-Behörde berichtete, war die Zahl der Anträge auf Akteneinsicht 2012 sogar höher als im Vorjahr.

Bis Ende November hätten 84.743 Bürger entsprechende Anträge gestellt, zitierte das Blatt Behördensprecherin Dagmar Hovestädt. Im gesamten Jahr 2011 waren es demnach 80.611 Anträge.

Auch die Zahl der Stasi-Überprüfungen von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes ging deutlich nach oben. Hier gab es dem Bericht zufolge bis November 311 Auskunftsersuchen, im Gesamtjahr 2011 dagegen nur 210.

Die Möglichkeit zu Stasi-Überprüfungen im öffentlichen Dienst war Ende vergangenen Jahres kurz vor deren Auslaufen um noch einmal acht Jahre bis Ende 2019 verlängert worden.

Der Vorsitzende des Vereins DDR-Opfer-Hilfe, Ronald Lässig, forderte als Reaktion auf die neuen Zahlen eine personelle und finanzielle Aufstockung der Stasi-Unterlagenbehörde. "Die Aufarbeitung der SED-Diktatur ist alles andere als abgeschlossen", erklärte er in Berlin. Die Zunahme bei den Anfragen begründete er auch damit, dass seit 2012 Angehörige von Verstorbenen leichter Akteneinsicht nehmen können.

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Quelle: n-tv.de

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