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Der iranische Präsident Hassan Ruhani gibt eine Pressekonferenz in Teheran.
Der iranische Präsident Hassan Ruhani gibt eine Pressekonferenz in Teheran.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 03. August 2017

Wut auf neue US-Sanktionen: Iran droht mit "angemessener" Antwort

Mit neuen Sanktionen will die US-Regierung den Iran unter anderem für dessen Raketenprogramm bestrafen. Doch Teheran vermutet einen anderen Hintergrund. Der Vizeaußenminister wirft den USA vor, das Atomabkommen zerstören zu wollen.

Die neuen US-Sanktionen verstoßen in den Augen der iranischen Regierung gegen das internationale Atomabkommen. Der Beschluss sei eine Verletzung des Abkommens, sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi im staatlichen Fernsehen. Teheran werde darauf "angemessen" reagieren. Er warf der US-Regierung vor, das Atomabkommen zerstören zu wollen.

US-Präsident Donald Trump hatte das Gesetz am Mittwoch unterzeichnet. Es beinhaltet auch Strafmaßnahmen gegen Russland und Nordkorea. Zuvor hatte der US-Senat die Sanktionen mit großer Mehrheit gebilligt. Die USA begründen sie mit Teherans Umgang mit Menschenrechten, der Unterstützung der libanesischen Hisbollah-Miliz und dem iranischen Raketenprogramm.

Ende Juli hatte der Iran nach eigenen Angaben eine Trägerrakete für Satelliten getestet. Die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien riefen den UN-Sicherheitsrat zum Handeln auf - der Test sei ein "bedrohlicher und provokanter Schritt" Teherans gewesen.

"Schlechteste Vereinbarung aller Zeiten"

Die USA, China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland hatten 2015 nach jahrelangen Verhandlungen ein Atomabkommen mit dem Iran unterzeichnet. Es verpflichtet Teheran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, haben seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump erheblich zugenommen. Er bezeichnete das Atomabkommen im Wahlkampf "als schlechteste Vereinbarung aller Zeiten", will aber entgegen seiner Ankündigungen bis auf Weiteres daran festhalten.

Quelle: n-tv.de

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