Donnerstag, 10. Juli 2008
Raketentest: Iran fälscht Foto
Dass der Iran nicht gerade eine sichere Informationsquelle ist und darüber hinaus nicht zimperlich mit Propaganda, dürfte hinlänglich bekannt sein. Präsident Mahmud Ahmadinedschad beherrscht die Kunst der Verwirrung meisterhaft – und hält so seit geraumer Zeit die Welt in Atem. Nun ist ein besonders dreistes Fälschungsstück aufgeflogen, das allerdings nur mit Hilfe der Blauäugigkeit einiger Pressevertreter gelingen konnte.
Am Mittwoch hatte der Iran mit einem neuen Raketentest für Schlagzeilen gesorgt. Das Militär ließ Raketen vom Typ Schahab 3 offenbar erfolgreich in den Himmel steigen. Nur kurze Zeit später veröffentlichte eine Nachrichtenagentur ein dazu passendes Bild: Zu sehen ist, wie vier Raketen aufsteigen. Das Bild wurde übernommen von Sepah News, der "Pressestelle" der iranischen Revolutionsgarden – und erschien in zahlreichen Zeitungen.
Aus drei mach' vier
Es dauerte jedoch nicht lange, bis eine ähnliche Aufnahme aus einer anderen Quelle auftauchte. Darauf sind nur noch drei Raketen zu sehen, eine weitere bleibt – vermutlich wegen technischen Versagens - am Boden. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich bei der ersten Aufnahme, dass die am Boden stehende Rakete elektronisch ausradiert und eine erfolgreich gestartete einfach in das Bild kopiert wurde. Gut zu erkennen ist das an den Staubwolken, die unter der echten und der "falschen" Rakete hängen: Sie sind identisch.
Die Agentur hat zügig ihren Fehler korrigiert – so, wie es richtig ist. Jedoch ist nochmals klar geworden, dass alles Offizielle oder Halboffizielle aus dem Iran doppelt und dreifach geprüft werden muss.
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Kampf gegen "Schuldenschirmpolitik"
Euro-Gegner bellen und beißen
-
Bin-Laden-Suche war Landesverrat
CIA-Helfer bekommt 33 Jahre
-
Kipping und Schwabedissen
Die letzte Chance der Linken
-
Wenig Konkretes beim Kanzlergipfel
Energie-Neustart verpufft
-
Droht ein neues Wettrüsten?
Moskau präsentiert Stealth-Rakete
-
Regierung beschließt strengere Regeln
Tiere werden besser geschützt
-
Komplott in Assads Führungszirkel
Syrische Rebellen morden mit Gift
-
Kabinett treibt Geld ein
Wehrsold wird besteuert
-
Dorf für Montagebasis abgerissen
Nordkorea baut mehr Raketen
-
Röttgen-Rauswurf lässt Bosbach nicht verzweifeln
"Merkel muss sich keine Sorgen machen"
-
Regierung setzt auf Selbstheilung
Gesetz gegen Ärztepfusch steht
-
Lafontaine wirft hin
Abgang in alter Arroganz