Politik
Bei dem IS-Anschlag vom 7. Juni auf das iranische Parlament in Teheran wurden mehrere Menschen getötet.
Bei dem IS-Anschlag vom 7. Juni auf das iranische Parlament in Teheran wurden mehrere Menschen getötet.(Foto: imago/ZUMA Press)
Montag, 19. Juni 2017

Rache für Anschläge in Teheran: Iran feuert Raketen auf IS-Basis in Syrien

Nach den Doppelanschlägen des IS in Teheran droht der Iran mit Vergeltung. Nun nehmen die Revolutionsgarden offenbar eine syrische Basis der Dschihadistenmiliz unter Beschuss. Bei dem Angriff soll "eine große Zahl von Terroristen" getötet worden sein.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben Raketen auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien abgefeuert. Die Angriffe auf die Basis der Terroristen in der ölreichen syrischen Region Deir Essor seien "die Rache" für die IS-Terroranschläge am 7. Juni in Teheran, so die IRGC in einer Presseerklärung laut Nachrichtenagentur Tasnim. "Unsere Raketen haben heute Abend die IS-Basis im Osten Syriens bombardiert", so das IRGC-Statement.

Der Angriff sei die Strafe für die "kriminellen Terroristen" und die Rache für die Opfer der Doppelanschläge am 7. Juni. Der Angriff sei auch eine Warnung an die Terroristen und ihre Anhänger, solche Attentate im Iran nicht zu wiederholen. "Sonst droht ihnen der Weg in die Hölle", so die IRGC.

Die Mittelstreckenraketen seien von den westiranischen Provinzen Kermanschah und Kurdistan abgefeuert worden und hätten "eine große Zahl von Terroristen" getötet und deren Waffen zerstört, hieß es weiter. Von offizieller syrischer Seite gab es dazu zunächst keine Reaktion.

Vergeltungsschlag gegen Erzfeind

Bei den Doppelanschlägen am 7. Juni im Parlament und im Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran kamen 17 Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Der IS beanspruchte die Anschläge anschließend für sich.

Der überwiegend schiitische Iran unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Machthaber Baschar al-Assad gegen die radikalsunnitische IS-Miliz. Es war das erste Mal, dass in diesem Konflikt von iranischem Boden aus Raketen auf Ziele in Syrien abgefeuert wurden.

Der IS hatte Teheran im März in einem Video auf Persisch gedroht, den Iran zu erobern und "der sunnitischen muslimischen Nation zurückzugeben". Wie andere sunnitische Extremisten betrachtet die IS-Miliz Schiiten als Ungläubige und verübt regelmäßig Anschläge gegen sie.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen