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Journalist Jason Rezaian war im Juli 2014 im Iran wegen des Vorwurfs der Spionage verurteilt worden.
Journalist Jason Rezaian war im Juli 2014 im Iran wegen des Vorwurfs der Spionage verurteilt worden.(Foto: AP)

Nach Verurteilung wegen Spionage: Iran lässt US-Journalisten Rezaian frei

Seit anderthalb Jahren sitzt der Korrespondent der "Washington Post", Jason Rezaian, in einem iranischen Gefängnis. Nun wird er freigelassen. Seine Begnadigung ist Teil eines Deals zwischen der US-Regierung und dem Iran.

Jason Rezaian ist wieder frei. Der US-Journalist, der bis zum Sommer 2014 für die "Washington Post" aus dem Iran berichtet hatte, ist nach anderthalb Jahren in Gefangenschaft aus der Haft entlassen worden. Das meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Sprecher der Staatsanwaltschaft in Teheran. "Mit Genehmigung vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat (SNSC) und im Sinne der Interessen des iranischen Volkes sind vier Gefangene mit doppelter Staatsbürgerschaft freigelassen worden", erklärte Staatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi. Unter ihnen soll neben Rezaian auch der Pfarrer Said Abedini sein, dem die Untergrabung der nationalen Sicherheit vorgeworfen wurde.

Rezaian und seine iranische Frau Yeganeh Salehi waren im Juli 2014 in Teheran festgenommen worden. Während Salehi, die ebenfalls als Journalistin arbeitet, später gegen eine Kaution wieder freigelassen wurde, verurteilte ein Revolutionsgericht den 39-jährigen Rezaian im November 2015 wegen angeblicher Spionage-Tätigkeiten. Das verhängte Strafmaß, das in einem solchen Fall maximal 20 Jahre vorsieht, war zunächst nicht bekannt geworden. Rezaian selbst hatte stets betont, dass er unschuldig ist.

Die Freilassung soll im Rahmen eines Gefangenenaustausches erfolgen. Bei den beiden anderen Gefangenen handelt es sich offenbar um den früheren US-Soldaten Amir Hekmati, der ebenfalls der Spionage bezichtigt wurde, sowie um den Geschäftsmann Siamak Namazi, der Ende Oktober festgenommen wurde. Nach Agenturangaben hätten die USA eingewilligt, im Gegenzug sieben inhaftierte iranisch-amerikanische Staatsbürger zu entlassen.

Wahrscheinlich ist, dass der Austausch am Rande des Treffens zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif in Wien vereinbart worden ist. Dort verhandeln beide Länder derzeit über die praktische Umsetzung des Atom-Deals, der vor sechs Monaten beschlossen worden war.

Quelle: n-tv.de

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