Ahmadinedschad sucht KonfrontationIran plant neue Uran-Anlagen
Insgesamt zehn neue Anlagen zur Anreicherung von Uran sollen gebaut werden. Präsident Ahmadinedschad will zudem höher angereichertes Material produzieren lassen. Die Ankündigung ist eine Kampfansage an die internationale Gemeinschaft.
Der Iran geht im Atomkonflikt mit dem Westen auf Konfrontationskurs und will zehn neue Anlagen zur Uran-Anreicherung bauen. Die neuen Einrichtungen sollten die gleiche Größe haben wie der Komplex in Natans, berichteten staatliche Medien am Sonntag. Die Ankündigung ist nach Angaben eines iranischen Diplomaten eine direkte Reaktion auf die jüngste Rüge durch die UN-Atomenergiebehörde (IAEA). In der Resolution hatte der Gouverneursrat der IAEA vor allem die mangelnde Transparenz des iranischen Atomprogramms bemängelt.
Iranische Medien zitierten Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit den Worten, das Ziel der islamischen Republik sei es, pro Jahr 250 bis 300 Tonnen atomaren Brennstoff herzustellen. "Wir sind der Welt freundlich gesinnt, aber gleichzeitig werden wir es niemandem erlauben, die nationalen Rechte des Irans auch nur einen Jota zu beschneiden", sagte Ahmadinedschad. Nach Angaben des Senders Irib wurden bereits fünf Orte für den Bau der neuen Anlagen ausgewählt.
Der Bau solle in den nächsten beiden Monaten beginnen. Für die anderen fünf müssten noch passende Standorte gefunden werden. Am Ende soll der Iran in der Lage sein, 20.000 Megawatt Stromleistung über die Atomkraft zu erzeugen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad kündigte zudem an, sein Kabinett werde am Mittwoch über einen Plan beraten, Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent herzustellen.
Die Anlagen dienen dazu, natürliches Uran in einem technisch aufwendigen Prozess so aufzubereiten, dass es in Kernreaktoren als Brennstoff verwendet werden kann. Allerdings ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Anreicherung zur militärischen Nutzung denkbar. Offiziell hat sich das Land aber zum Atomwaffensperrvertrag bekannt und dieses Bekenntnis am Wochenende erneuert.
Iran will Zusammenarbeit einschränken
Laridschani kündigte der Nachrichtenagentur ISNA zufolge an, der Iran werde ernsthaft darüber nachdenken, seine Politik zu ändern und die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf ein Mindestmaß einzuschränken. Entscheiden kann darüber aber nicht das Parlament, sondern lediglich der oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei.
Das iranische Parlament hatte die Regierung aufgefordert, die Zusammenarbeit mit der IAEA wegen deren jüngster Resolution einzuschränken. "Wegen des vorschnellen Verhaltens der Weltmächte sollte die Regierung einen Plan für eine Reduzierung der Kooperation vorlegen", hieß es in der Erklärung. Das Parlament hat die Macht, die Regierung zu diesem Schritt zu verpflichten. Es machte davon bereits einmal vor drei Jahren Gebrauch, als die IAEA den Atom-Konflikt an den UN-Sicherheitsrat und damit an die höchste Instanz innerhalb der Vereinten Nationen überwiesen hatte.
Die Uran-Anreicherung im Iran ist seit Jahren ein Streitpunkt in den Beziehungen des Landes mit dem Westen, weil sich hochangereichertes Uran als spaltbares Material für den Bau von Atombomben eignet. Teheran betont indes immer wieder, die Nutzung der Atomkraft diene ausschließlich zivilen Zwecken. Die Internationale Atomenergiebehörde hatte vorgeschlagen, iranisches Uran ins Ausland zu bringen, um es dort anreichern zu lassen. Darauf war der Iran aber nicht eingegangen. Stattdessen will Teheran nun offenbar die Anreicherung im eigenen Land forcieren. Gleichzeitig hatte die Regierung angekündigt, dass die Zusammenarbeit mit der internationalen Atomaufsicht auf ein Mindestmaß reduziert werden könnte.
In einer Resolution gegen den Iran hatte die IAEA am Freitag deutlich ihr Unbehagen über das Atomprogramm des Landes geäußert. Der Beschluss, in dem der Iran wegen einer geheim gehaltenen Nuklearanlage gerügt wird, wurde im Gouverneursrat der Behörde mit überwältigender Mehrheit angenommen.