Politik

Hoffnung für Mali?Islamisten machen Angebote

22.12.2012, 15:07 Uhr
RTR33TE5
Kämpfer von "Ansar Dine" (Foto: REUTERS)

Kurz nachdem die Vereinten Nationen einen Militäreinsatz in Mali beschlossen haben, zeigen sich wichtige Rebellengruppen gesprächsbereit. Eine Abkehr von ihren Zielen ist das aber noch nicht.

Zwei im Norden Malis aktive Rebellengruppen wollen ihre gegenseitigen Feindseligkeiten einstellen und mit der Regierung in Bamako verhandeln. Angesichts der Situation in dem westafrikanischen Krisenland und der UN-Entscheidung für einen Militäreinsatz bevorzuge man den Dialog, erklärte der Vertreter der Islamistengruppe Ansar Dine, Mohamed Ag Akharib. Die Vereinbarung zwischen Ansar Dine und der Befreiungsbewegung der Tuareg (MNLA) wurde in Algier unterzeichnet.

Beide Gruppen verpflichten sich darin, "alles zu unterlassen, was den Konflikt und die Feindseligkeiten in den von ihnen beherrschten Gebieten verschlimmern könnte". Sie sicherten Hilfe bei der Befreiung von Geiseln in der Region und den freien Verkehr von Personen zu.

Chance für eine friedliche Lösung?

Die Ankündigung der beiden Rebellengruppen kommt kurz nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates, einen Militäreinsatz zur Befreiung der seit Monaten besetzten Region zu billigen. Islamistengruppen hatten nach einem Militärputsch im März gemeinsam mit Tuareg-Kämpfern den Norden des Wüstenlandes erobert. Anschließend kam es jedoch zu Kämpfen zwischen den Extremisten und den Nomaden. In dem Gebiet gilt heute eine strenge Auslegung der islamischen Rechtsprechung Scharia.

Der Sprecher der MNLA-Tuareg-Kämpfer, Bay Dikmane, nannte das Abkommen eine Chance für die Regierung Malis, einen friedlichen Ausweg aus der Krise zu finden. Er hob die Vermittlerrolle Algeriens hervor. Die Vereinbarung sei das Ergebnis von Annäherungsversuchen beider Gruppen und sei Dank der Rolle Algeriens zustande gekommen.

Über 200 europäische Soldaten

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte zur Entscheidung des UN-Sicherheitsrats, die EU sei bereit, mit den Verantwortlichen in Mali und internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, um den Konflikt zu lösen. "Die EU betont, wie wichtig Fortschritte im politischen Übergangsprozess in Mali sind, vor allem im Hinblick auf einen Zeitplan für Wahlen und einen Dialog mit den Rebellengruppen im Norden, die dem Terrorismus abschwören", schrieb Ashton.

Die EU-Außenminister hatten Mitte Dezember beschlossen, zwischen 200 und 250 Militärausbilder in die Hauptstadt Bamako zu schicken. Sie sollen dort malische Soldaten ausbilden, damit diese in die Lage versetzt werden, im Norden des Landes wieder die Kontrolle zu übernehmen. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas will 3000 Soldaten zur Rückeroberung Nordmalis aus Islamistenhand beisteuern.

Quelle: ntv.de, dpa