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Helfer bergen Verletzte aus dem Restaurant im beliebten Viertel Lido Beach.
Helfer bergen Verletzte aus dem Restaurant im beliebten Viertel Lido Beach.(Foto: dpa)

Blutige Terror-Attacke in Somalia: Islamisten töten 20 Menschen in Mogadischu

Nur wenige Tage nach dem Angriff auf eine Militärmission in Somalia verübt die radikal-islamische Shebab-Miliz einen Anschlag im Herzen Mogadischus. Dieses Mal sterben vor allem Zivilisten - darunter auch Frauen und Kinder.

Bei dem Angriff auf ein Restaurant in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind 20 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder, teilte die Polizei mit. Nach der Explosion einer Autobombe vor dem Beach View Hotel waren mehrere Bewaffnete in das Gebäude und ein Restaurant eingedrungen und hatten wild um sich gefeuert. Zahlreiche Hotelgäste seien für mehr als zehn Stunden als Geiseln gehalten worden, bis es Sicherheitskräften gelang, die Kämpfer zu überwältigen. Der Angriff ereignete sich in dem bei Geschäftsleuten beliebten Stadtviertel Lido Beach.

Vor dem Hotel war eine Autobombe explodiert. Dann stürmten die Angreifer ein Restaurant.
Vor dem Hotel war eine Autobombe explodiert. Dann stürmten die Angreifer ein Restaurant.(Foto: AP)

"Sie schossen wahllos um sich im Hotel und außerhalb", sagte der Augenzeuge Mustafa Elmi. "Ich konnte mit leichten Verletzungen entkommen, aber es gab Leute, die auf der Stelle tot waren." Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei hauptsächlich um Zivilisten und Wachleute. Da im Hotel der Strom ausfiel, habe es Chaos gegeben, sagte ein Helfer. "Für die Rettungskräfte ist es sehr schwer, den Opfern inmitten von Schusswechseln zwischen Sicherheitskräften, privaten Wachleuten und den Angreifern zu helfen."

Die radikalislamische Shebab-Miliz bekannte sich zu der Tat. Sieben der Kämpfer seien ums Leben gekommen, sagte Sicherheitsminister Abdirisak Omar. Die Shebab-Miliz kämpft in Somalia seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Derzeit sind etwa 22.000 Soldaten der Afrikanischen Union (AU) in dem Krisenstaat stationiert, um ein Mindestmaß an staatlicher Ordnung aufzubauen.

Shebab-Miliz bekennt sich zur Tat

Die AU-Truppen unterstützen die international anerkannte Regierung. In den vergangenen Jahren gelang es ihnen weitgehend, die Rebellen aus Mogadischu und weiteren Städten zu vertreiben, doch die Miliz kontrolliert noch immer mehrere ländliche Regionen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Shebab-Miliz im Südwesten des Landes einen Stützpunkt der Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom) angegriffen. Die Shebab erklärte, dabei seien mehr als hundert kenianische Soldaten getötet worden. Kenia machte keine Angaben zur Zahl der verletzten oder getöteten Soldaten.

Quelle: n-tv.de

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