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Regierungssoldaten hingerichtet: Islamisten wüten in Pakistan

Die Taliban demonstrieren, wie groß ihre Macht in Pakistan ist. Im Norden des Landes nehmen sie eine ganze Einheit mit 22 Soldaten gefangen und ermorden sie wenige Tage später. Im Westen des Landes sterben 20 Pilger bei einem Anschlag.

Gewalttaten pakistanischer Extremisten haben am Wochenende mehr als 40 Menschen das Leben gekostet. Bei einer Massenhinrichtung von Mitgliedern einer regierungsnahen Einheit im Nordwesten des Landes starben nach Angaben örtlicher Behörden 21 Männer. Sie waren für eine paramilitärische Truppe im Dienst der Regierung, als sie in der vergangenen Woche an ihren Kontrollpunkten rund um die Provinzhauptstadt Peshawar entführt wurden. Die Taliban erklärten, sie hätten die Männer getötet.

Dieser Mann entkam als einziger der Geiselnahme durch die Taliban.
Dieser Mann entkam als einziger der Geiselnahme durch die Taliban.(Foto: dpa)

Vor der Massenhinrichtung habe einer der Männer entkommen können, sagte ein Vertreter der Provinzverwaltung. Ein weiterer habe schwer verletzt überlebt. Die Täter hätten ihre Opfer gefesselt, ihnen die Augen verbunden und einem nach dem anderen in den Kopf geschossen. Die Taliban erklärten, sie hätten den Exekutionsbefehl ihrer Führung befolgt. Ein Lösegeld für die Geiseln sei nicht verlangt worden. Die Taliban würden Gefangene grundsätzlich nicht verschonen, betonten sie.

Pilger sterben bei Anschlag

Bei einem Anschlag starben zudem 20 schiitische Pilger im Südwesten des Landes. Dort explodierte eine Autobombe nahe eines Konvois von Pilger-Bussen. Das Attentat ereignete sich westlich von Quetta in der Provinz Baluchistan. Dieses Gebiet nahe der Grenze zum Iran wird immer wieder von Anschlägen erschüttert. 24 Menschen wurden verletzt, wie die Behörden weiter mitteilten. Die Pilger waren auf dem Weg in den Iran. Ein Überlebender sagte, zu der Explosion sei es gekommen, als die drei Busse des Pilger-Konvois ein Auto überholten. Einer der Busse habe sofort Feuer gefangen, den Insassen sei wegen der Hitze nicht mehr zu helfen gewesen.

Regierung verhält sich gleichgültig

Während sich die internationale Aufmerksamkeit in Pakistan vor allem auf Extremistengruppen wie Al-Kaida und die Taliban richtet, warnt der Geheimdienst des Landes vor neuen militanten Sunniten-Gruppen. Diese wollten mit Angriffen auf Schiiten Konflikte zwischen den verschiedenen Religionsgruppen Pakistans schüren, die andere Länder wie den Irak an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht haben.

Die pakistanische Regierung steht in der Kritik, zu wenig gegen religiös motivierte Gewalt zu unternehmen. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sind 2012 in dem Land mehr als 320 Schiiten ums Leben gekommen. Das Scheitern der Regierung im Kampf gegen solche Übergriffe zeige, dass ihr die Auseinandersetzungen zwischen der mehrheitlich sunnitischen Bevölkerung und den Schiiten gleichgültig seien, erklärte die Organisation. In Pakistan wie auch weltweit sind die meisten Muslime Sunniten. Etwa 20 Prozent der mehr als 180 Millionen Pakistaner gehören der schiitischen Glaubensrichtung an.

Quelle: n-tv.de

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