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Der Attentäter griff im morgendlichen Berufsverkehr an.
Der Attentäter griff im morgendlichen Berufsverkehr an.(Foto: REUTERS)

Araber sticht Israelis nieder: Israel: PLO ist mit schuld an Attentat

In einem Linienbus in Tel Aviv zückt ein Mann plötzlich ein Messer und sticht auf die israelischen Fahrgäste ein. Mehrere von ihnen werden schwer verletzt. Während die Hamas die Tat lobt, sieht Israel die Führung der Palästinenser als Verantwortlichen.

Bei der Messerattacke eines Palästinensers in einem Linienbus in Tel Aviv sind zwölf Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Der 23-Jährige mutmaßliche Täter wurde danach von zufällig anwesenden Gefängniswärtern angeschossen und überwältigt, wie die Polizei mitteilte.

Der Angreifer stamme aus Tulkarem im Norden des besetzten Westjordanlands. Er startete seinen Angriff im Zentrum der Hafenstadt während des morgendlichen Berufsverkehrs. Nach Angaben eines Krankenhaussprechers erlitten drei Menschen besonders schwere Stichwunden, vier weitere wurden mittelschwer verletzt. Fünf Passagiere kamen mit leichteren Verletzungen davon.

"Der Terrorist stach mehrfach auf den Busfahrer ein, der sich zur Wehr setzte, sodass der Angreifer schließlich ausstieg und davonrannte", berichtete eine Polizeisprecherin. Augenzeugen sagten dem Armeeradio, der Fahrer habe Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt. Von der Polizei veröffentlichte Fotos vom Tatort zeigen ein langes Küchenmesser, bei dem es sich um die Tatwaffe handeln soll.

Radikale Töne von allen Seiten

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas lobte den Angriff als "heldenhaft". Hamas-Führer Isat al-Rischek schrieb auf Twitter von einer "natürlichen Antwort auf die Besatzung".

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu macht die Palästinenserführung für die Messerattacke in Tel Aviv mitverantwortlich. Der Angriff sei "das direkte Ergebnis der giftigen Anstachelung durch die Palästinenserbehörde gegen die Juden und ihren Staat", sagte Netanjahu. "Derselbe Terrorismus versucht uns in Paris, Brüssel und überall zu attackieren". Die Regierung werde weiterhin entschieden gegen Terrorismus vorgehen.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman nannte unter anderen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Hamas-Führer Ismail Hanija und zwei arabische Knesset-Abgeordnete als Mitverantwortliche. "Sie alle sind Teil eines Prozesses, der das Recht Israels untergräbt, als jüdischer Staat zu existieren", sagte Lieberman nach Berichten israelischer Medien.

Isreal erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Ein Gefängniswärter, der nur seinen Vornamen "Benny" nannte, berichtete in Radio und Fernsehen, wie er den Attentäter mit drei Kollegen außer Gefecht setzte: Sie seien mit einem Gefangenentransport auf dem Weg zu einem benachbarten Gericht gewesen, "als der Bus vor einer grünen Ampel stoppte und Leute um Hilfe schreiend herausgerannt kamen. Wir haben den fliehenden Angreifer verfolgt, zuerst in die Luft geschossen, dann in seine Beine. Er fiel hin, wir verpassten ihm Handschellen und übergaben ihn der Polizei."

Der Täter wird verhört. Er soll sich Medienberichten zufolge illegal in Israel aufgehalten haben. Der Tatort wurde abgesperrt. Die Sicherheitsvorkehrungen in Tel Aviv wurden verschärft. Die Polizei patrouilliere, um weitere Angriffe zu verhindern, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Nach dem Gaza-Krieg im Sommer 2014 ist es in Israel vermehrt zu Konfrontationen mit Palästinensern und zu Anschlägen gekommen. In Tel Aviv hatte ein Palästinenser im November einen Soldaten erstochen. Zuletzt waren Ende Dezember in der Jerusalemer Altstadt zwei Polizisten mit einem Messer verletzt worden.

Quelle: n-tv.de

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