Politik

Antwort auf wiederholten Beschuss: Israel zerstört "syrisches Ziel"

Die Gewalt an den Grenzen Syriens zu den Nachbarländern Türkei und Israel nimmt an Schärfe zu. Bei syrischen Luftangriffen werden mehrere Syrer getötet und auch zahlreiche Türken verletzt. Die israelische Armee auf den Golanhöhen antwortet auf den Beschuss und feuert erstmals gezielt auf die Kampfverbände in Syrien.

Israelische Soldaten und ein UN-Offizier treffen auf den Golan-Höhen ein, um dort eine aus Syrien abgefeuerte nicht explodierte Granate zu inspizieren.
Israelische Soldaten und ein UN-Offizier treffen auf den Golan-Höhen ein, um dort eine aus Syrien abgefeuerte nicht explodierte Granate zu inspizieren.(Foto: dpa)

Die israelische Armee auf den Golan-Höhen hat erstmals mit einem gezielten Beschuss auf einen Raketeneinschlag einer aus Syrien kommenden Granate geantwortet. Nach Angaben aus Tel Aviv sei dabei eine "Abschussstelle" der syrischen Kampfverbände getroffen worden. Zuvor sei erneut eine Granate aus Syrien in der Nähe eines israelischen Postens eingeschlagen. Israelische Panzer hätten daraufhin die Quelle des Feuers aus Syrien beschossen und getroffen.

Erst am Sonntag hatte eine aus Syrien abgeschossene Granate einen israelischen Militärposten auf den Golan-Höhen getroffen. Dabei wurde niemand verletzt, die israelische Armee feuerte daraufhin aber mehrere Warnschüsse ab. Es handelte sich um die ersten Schüsse in Richtung syrischer Streitkräfte seit dem Jom-Kippur-Krieg von 1973. Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte daraufhin, Israel beobachte sehr genau die Ereignisse an seiner Grenze zu Syrien und sei auf alle Eventualitäten eingestellt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich nach dem Vorfall "zutiefst besorgt wegen des Potenzials einer Eskalation", wie ein Sprecher sagte. Ban forderte demnach alle Seiten "zur größtmöglichen Zurückhaltung" auf.

Streit um die Golan-Höhen schwelt im Hintergrund

In den vergangenen Tagen waren von syrischem Gebiet aus mehrere Granaten auf die von Israel besetzten Golan-Höhen abgefeuert worden. Offenbar handelte sich bei den Schüssen um Irrläufer der Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktgruppen in Syrien.

Syrien fordert aber grundsätzlich das von Israel besetzte und 1981 annektierte Gebiet zurück. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Israel und Syrien befinden sich offiziell weiterhin im Kriegszustand. Seit einem Abkommen der beiden Nachbarländer von 1974 patrouillieren etwa 1200 unbewaffnete UN-Blauhelmsoldaten in dem Gebiet.

Syrische Opposition erhält Unterstützung

Nach ihrer Einigung auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Staatschef Baschar al-Assad wird der syrischen Opposition international Unterstützung zugesichert. Unter anderem die Regierungen der USA, Deutschlands und Frankreichs begrüßten am Sonntag und Montag den Zusammenschluss der Gruppierungen.

Unter der sogenannten Nationalen Koalition gegen Assad sollen die kämpfenden Gruppen unter einem Obersten Militärrat vereint werden. Nach internationaler Anerkennung will die Opposition eine provisorische Regierung bilden. Zum Präsidenten des neuen Verbunds wurde der islamische Rechtsgelehrte Scheich Ahmed al-Chatib bestimmt.

Bombardierungen gehen weiter

In Syrien selbst gab es unter anderem unmittelbar an der türkischen Grenze weiter heftige Gefechte und Luftangriffe. Ein syrisches Kampfflugzeug beschoss die Ortschaft Ras al-Ain an der Grenze zur Türkei. Weniger als 150 Meter von der Grenze entfernt wurde eine starke Bombe abgeworfen, mindestens vier Menschen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Unter den Bewohnern brach Panik aus, einige flohen über die Grenze in die Türkei.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad Mitte März 2011 wurden in Syrien Menschenrechtsaktivisten zufolge mehr als 37.000 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de

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