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Nachdem sie den Aegean-Flug verlassen hatten, konnten die beiden Araber schließlich mit der israelischen El Al nach Tel Aviv fliegen.
Nachdem sie den Aegean-Flug verlassen hatten, konnten die beiden Araber schließlich mit der israelischen El Al nach Tel Aviv fliegen.(Foto: picture alliance / dpa)

Fluglinie will Araber nicht rauswerfen: Israelis vertreiben Landsleute aus Flugzeug

Das Verhältnis von jüdischen und arabischen Israelis ist nach einer Gewaltserie in den vergangenen Monaten so zerrüttet wie nie. Allein die Anwesenheit von zwei Arabern an Bord einer griechischen Maschine erscheint Dutzenden Israelis als Bedrohung.

Vehemente Proteste israelischer Passagiere haben zwei offenbar arabischstämmige Fluggäste zum Verlassen einer Maschine der griechischen Gesellschaft Aegean Airlines veranlasst. "Eine zunächst kleine Gruppe von Fluggästen forderte sehr lautstark und eindringlich, dass zwei andere israelische Passagiere aus Sicherheitsgründen überprüft werden", erklärte Aegean. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am späten Sonntag und sorgte für eine 90-minütige Verspätung des Flugs von Athen nach Tel Aviv.

Wie israelische Medien berichteten, handelte es sich bei den beiden Passagieren um einen israelischen Araber und einen Palästinenser. Aegean gab an, einer der Fluggäste habe einen israelischen Pass, der andere eine Aufenthaltsgenehmigung für das Land gehabt. Als die Polizei zur Überprüfung der Papiere eingetroffen sei, hätten nach anfänglich "drei bis vier" schon "60 bis 70 Passagiere" gefordert, die Männer des Flugzeugs zu verweisen. An den Papieren hatte die Polizei nichts zu beanstanden.

Der Pilot habe daraufhin verkündet, dass jeder, der sich nicht sicher fühle, ohne Anspruch auf Entschädigung das Flugzeug verlassen könne, erklärte Aegean. Die beiden Männer hätten dann aber selbst den Rückzug angetreten. Aegean stellte ihnen demnach eine Unterkunft für die Nacht und einen Ersatzflug mit der israelischen Linie El Al. Die griechische Gesellschaft dankte den Männern und entschuldigte sich.

In den vergangenen Monaten hat eine zunehmende Zahl von Anschlägen und Zusammenstößen in Israel und den besetzten Palästinensergebieten das Verhältnis zwischen jüdischen und arabischen Israelis erheblich verschlechtert. Seit Beginn einer Gewaltwelle vor rund drei Monaten wurden mehr als 20 Israelis sowie 140 Palästinenser getötet.

Quelle: n-tv.de

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