Politik
Glyphosat ist ein beliebtes Pestizid in der Landwirtschaft. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein.
Glyphosat ist ein beliebtes Pestizid in der Landwirtschaft. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein.(Foto: imago/Sven Simon)
Donnerstag, 02. November 2017

Grüne verlangen EU-Veto vom Bund: Jamaika-Runde soll Glyphosatverbot bringen

Für die Grünen ist es die logische Folge aus den Vereinbarungen der Sondierungsgespräche: weniger Pestizide gleich kein Glyphosat. Deutschland soll sich dementsprechend auf EU-Ebene für ein Verbot des Unkrautgifts aussprechen.

Die Bundesregierung müsste nach den Worten von Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner in Brüssel gegen eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat stimmen. Kellner verwies in Berlin auf eine zuvor gefundene Einigung von CDU, CSU, FDP und Grünen in den Jamaika-Sondierungen, Chemikalien zu reduzieren.

Kellner gehe davon aus, "dass im Sinne dieser Einigung das sondierungsfreundliche Verhalten der Regierung trägt und es keine Verlängerung von Glyphosat in Brüssel gibt", sagte er. In dem gemeinsamen Papier zur Landwirtschaft, das überwiegend offene Punkte auflistet, heißt es zu dem Thema: "Wir wollen die Menge in der Landwirtschaft und in der außerlandwirtschaftlichen Anwendung eingesetzter chemischer Wirkstoffe reduzieren." Konkret erwähnt wurde das umstrittene Unkrautgift Glyphosat darin allerdings nicht.

Die 28 EU-Mitgliedstaaten werden voraussichtlich am 9. November über Glyphosat abstimmen. Die EU-Kommission will mit einem Kompromissvorschlag den Streit schlichten. Die Zulassung der Chemikalie solle nun um fünf Jahre verlängert werden, schlägt die Brüsseler Behörde vor. Damit rückt die Kommission von der jüngst geforderten Verlängerung um sieben Jahre ab.

Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Untersuchungen europäischer Lebensmittelsicherheits- und Chemiebehörden sowie aus Kanada und Japan bestätigten den Verdacht allerdings nicht. Die geltende Glyphosat-Genehmigung läuft noch bis Mitte Dezember. Die Entscheidungsfindung wird auch wegen der unklaren Position Deutschlands erschwert. Wichtige Ministerien liegen in der Frage über Kreuz, weshalb sich die Bundesregierung bei einer Abstimmung in Brüssel enthalten müsste.

Quelle: n-tv.de

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