Politik
Opfer der Zwangsprostitution und Aktivisten demonstrieren seit 1992 fast jede Woche für eine Entschädigung. Hier ist ihr erster Protest vor der japanischen Botschaft in Seoul zu sehen.
Opfer der Zwangsprostitution und Aktivisten demonstrieren seit 1992 fast jede Woche für eine Entschädigung. Hier ist ihr erster Protest vor der japanischen Botschaft in Seoul zu sehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Entschädigung für "Trostfrauen": Japan entschuldigt sich für Sexsklaverei

Im Zweiten Weltkrieg werden rund 200.000 Frauen gezwungen, sich in Bordellen der japanischen Kaiserarmee zu prostituieren. Zu den Opfern gehören unter anderem koreanische Frauen. Erst jetzt übernimmt Japan dafür die Verantwortung.

Südkorea und Japan haben sich in ihrem jahrzehntelangen Streit über das bittere Kapitel der südkoreanischen Zwangsprostituierten während des Zweiten Weltkriegs geeinigt. Er habe mit seinem japanischen Kollegen Fumio Kishida ein "endgültiges und unwiderrufliches Abkommen" erzielt, erklärte Südkoreas Außenminister Yun Byung Se nach einem Treffen mit Kishida in Seoul.

Kishida fügte hinzu, Tokio biete eine Entschädigung von insgesamt einer Milliarde Yen (7,6 Millionen Euro) für die Zwangsprostituierten an. Überdies drücke Regierungschef Shinzo Abe gegenüber den Opfern eine "Entschuldigung und Reue vom Grunde seines Herzens" aus. Die japanische Regierung fühle sich verantwortlich, sagte Kishida. Über den Wortlaut der Erklärung war lange gerungen worden.

Nach Schätzungen von Historikern wurden im Zweiten Weltkrieg 200.000 Frauen aus Korea, China, Indonesien, den Philippinen und Taiwan gezwungen, japanischen Soldaten in Militärbordellen zu Diensten zu sein. Die damaligen Zwangsprostituierten werden in Japan beschönigend "Trostfrauen" genannt.

Bislang weigerte sich Tokio, sich für die sexuelle Ausbeutung zu entschuldigen und die Opfer zu entschädigen. Der Streit lastete seit Jahrzehnten auf den Beziehungen zwischen Japan und Südkorea.

Quelle: n-tv.de

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