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Der 11. März 2011 hat ganze Landstriche verwüstet.
Der 11. März 2011 hat ganze Landstriche verwüstet.(Foto: REUTERS)

Wohin mit Millionen Tonnen Schutt?: Japans Wiederaufbau hakt

Ein Jahr nach der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan wird immer deutlicher: Das Land wird lange unter den Folgen der Katastrophe leiden. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete ist mühsam, Millionen Tonnen Schutt müssen noch entsorgt werden. Zehntausende hausen weiter in Behelfsunterkünften.

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Der Wiederaufbau in den japanischen Katastrophen-Gebieten kommt nur schleppend voran. Noch immer türmen sich Berge an Schutt und Trümmern in Folge des vergangenen Jahres. Viele Gemeinden außerhalb der Katastrophengebiete zögern nicht zuletzt aus Sorge um Verstrahlung weiter, dem Aufruf der Regierung zu folgen, Trümmer bei sich aufzunehmen.

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Auf Druck der Regierung erwägen inzwischen drei Provinzen außerhalb der - Toyama, Ishikawa und Yamanashi - sowie die Stadt Kitakyushu im Südwesten des Landes, in den kommenden 18 Monaten zusammengenommen 220.000 Tonnen an Schutt und Abfall bei sich aufzunehmen, wie Umweltminister Goshi Hosono erklärte. Damit wären jedoch bisher lediglich 1,6 Millionen Tonnen aus den Unglücksprovinzen Iwate und Miyagi aus der Region herausgeschafft - 4 Millionen Tonnen müssten es aber nach Auffassung der Regierung mindestens sein.

Abgesehen von der Sorge vor Verstrahlung fragen sich viele Gemeinden, ob es überhaupt nötig ist, die Trümmer außerhalb der Katastrophengebiete zu entsorgen, wie Medien melden. Lediglich ein Teil der geschätzt 22,5 Millionen Tonnen an Schutt und Abfall aus den Provinzen Fukushima, Iwate und Miyagi konnten bislang verbrannt oder anderweitig entsorgt werden.

Weiterhin müssen 117.000 Menschen in 52.000 Behelfsunterkünften hausen, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtet. In den containerähnlichen Behausungen dürfen die Menschen dem Gesetz nach zwei Jahre und drei Monate lang mietfrei wohnen. Da jedoch ganze Wohngebiete auf höheres Gelände verlegt werden müssen, die Flächen dafür aber nur schwer zu gewinnen sind und auch der Bau von Sozialwohnungen nur schleppend vorankomme, habe das Wohlfahrtsministerium jetzt beschlossen, die Menschen noch ein Jahr länger in den Behelfsunterkünften mietfrei wohnen zu lassen, hieß es.

Reaktoren sollen wieder ans Netz

Unterdessen will die Regierung zwei heruntergefahrene Kernreaktoren im Atomkraftwerk Oi in der Provinz Fukui wieder in Betrieb nehmen, doch die umliegenden Provinzen haben noch nicht ihre Zustimmung gegeben. Die beiden Reaktoren sind die ersten, die seit der Atomkatastrophe von Fukushima vom Staat für sicher erklärt worden sind. Ohne sie drohen nach Meinung der Regierung in einigen Teilen des Inselreiches im Sommer Stromausfälle, was Umweltschützer jedoch bestreiten.

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Derzeit ist nur noch einer der 54 Atomreaktoren im Lande in Betrieb. Der letzte wird am 6. Mai zu Routine-Wartungen vom Netz gehen, dann wird Japan bis auf weiteres atomfrei sein. Die Regierung drängt zwar daher, wenigstens die Oi-Reaktoren hochzufahren, hat aber signalisiert, Rücksicht auf die öffentliche Meinung nehmen zu wollen.

Quelle: n-tv.de

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