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Nach dem Anschlag : Jetzt zehn deutsche Opfer bei Anschlag

Richteten sich die Anschläge von Istanbul gezielt gegen Deutsche? Innenminister de Maizière sieht keinen Hinweis darauf. Nach Angaben Auswärtigen Amtes sind nun zwei weitere Deutsche im Krankenhaus gestorben. Die Zahl der Opfer steigt damit auf zehn.

Bei dem Anschlag in Istanbul sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes zehn Deutsche getötet worden. Wie eine Ministeriumssprecherin in Berlin sagte, werden sieben deutsche Verletzte in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf der Intensivstation. Zunächst war von acht deutschen Todesopfern die Rede gewesen. Der türkische Innenminister Efkan Ala hatte am Vormittag von neun getöteten Deutschen gesprochen. Seinen Angaben zufolgen stammten zwei weitere Tote aus Norwegen und Peru.

Der türkische Innenminister gab zudem bekannt, dass am Dienstagabend ein Verdächtiger gefasst worden sei. De Maizière zeigte sich vor Ort erschüttert von dem "barbarischen Anschlag". Er sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war. Er sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen. Das Auswärtige Amt rät dazu, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Sehenswürdigkeiten zu meiden. Auch rät es dringend von Reisen ins Grenzgebiet zwischen der Türkei, dem Irak und Syrien ab.

De Maizière und Ala am Vormittag in Istanbul.
De Maizière und Ala am Vormittag in Istanbul.(Foto: REUTERS)

Unter den deutschen Todesopfern sind Touristen aus Hessen, Berlin, Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Sie alle kamen ums Leben, als sich am Dienstagmorgen ein Attentäter der Terrormiliz Islamischer Staat mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft sprengte. Insgesamt riss der Attentäter mindestens zehn Menschen mit sich in den Tod.

Bei den Opfern aus Rheinland-Pfalz handelt es sich um ein Ehepaar aus Mainz - einen 61 Jahre alten Mann und seine 59 Jahre alte Frau - sowie einen 73 Jahre alten Mann aus Bad Kreuznach, wie ein Sprecher des Mainzer Innenministeriums am Mittwochmorgen sagte. Die Ehefrau des Mannes aus Bad Kreuznach erlitt demnach schwere Verletzungen und liegt in einer Istanbuler Klinik.

Auch Opfer aus Berlin

Bei dem Opfer aus Hessen handelt es sich nach Angaben der Staatskanzlei um einen 67 Jahre alten Mann aus dem Norden des Bundeslandes. Seine 50-jährige Frau sei verletzt worden. Auch zwei Eheleute im Alter von 71 und 73 Jahren aus Falkensee in Brandenburg seien umgekommen, sagte der Potsdamer Regierungssprecher Andreas Beese.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde bei dem Anschlag auch ein Urlauber aus Berlin getötet. Zudem wurden eine Berlinerin schwer sowie ein weiterer Mann aus der Bundeshauptstadt leicht verletzt. Auch die "Berliner Zeitung" berichtete darüber.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und andere Spitzenpolitiker aus den betroffenen Bundesländern reagierten bestürzt. "Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den Familien, Angehörigen und Freunden", sagte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier "Ich verurteile dieses feige Verbrechen aufs Schärfste. Heute ist ein Tag des Innehaltens und der Trauer. Wir sind entschlossen, den Gefahren des internationalen Terrorismus entgegenzutreten", sagte der CDU-Politiker.

Entsetzen in Rheinland-Pfalz

"Hier wurden Unschuldige Opfer sinnlosen Terrors", sagte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, ebenfalls SPD, erklärte: "Unsere Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer. Wir verurteilen diesen abscheulichen Terroranschlag auf das Schärfste."

Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner, deren Wahlkreis Bad Kreuznach ist, äußerte sich ebenfalls entsetzt: "Die Nachricht von den drei rheinland-pfälzischen Todesopfern, eines darunter auch aus meiner Heimatstadt, geht uns natürlich besonders nahe." Die Opfer des Anschlags in Istanbul waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.

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Quelle: n-tv.de

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