Politik
Boris Johnson befürwortet den Austritt Großbritanniens aus der EU.
Boris Johnson befürwortet den Austritt Großbritanniens aus der EU.(Foto: imago/ZUMA Press)

Brexit-Anhänger muss gehen: Johnson sieht "Agenten" am Werk

Bereits im Vorfeld des Brexit-Referendums gibt es in Großbritannien ein Hauen und Stechen. Für Empörung sorgt die Suspendierung von Handelskammerchef Longworth. Brexit-Befürworter Johnson reagiert aufgebracht.

Londons Bürgermeister Boris Johnson hat den Gegnern eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union vorgeworfen, eine Einschüchterungskampagne zu betreiben. Im gegnerischen Lager seien "Agenten eines Angstprojekts" am Werk, erklärte Johnson, der für den Brexit wirbt. Konkret reagierte der konservative Politiker auf die am Vortag bekannt gewordene vorläufige Suspendierung des bisherigen Chefs der britischen Handelskammer BCC, John Longworth, von seinem Posten.

Longworth sei "nach langem Nachdenken und dank einer großen Erfahrung in der Wirtschaftswelt zu dem Schluss gelangt, dass ein Austritt besser wäre", erklärte Johnson. Dass der BCC-Chef nach der Äußerung dieser Meinung nun abgesetzt worden sei, halte er für "vollkommen skandalös". "Sein Urteil spiegelt die Realität wider", zeigte sich Johnson überzeugt.

Die Zeitung "Financial Times" hatte berichtet, Longworth sei suspendiert worden, nachdem er seine "persönliche" Präferenz für ein Ausscheiden Großbritanniens am Donnerstag bei einem Besuch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in London geäußert habe. Die konservative britische Regierung unter Premierminister Davis Cameron, der für den Verbleib in der EU wirbt, bestritt jede Einmischung.

Gegenspieler Camerons

Die Briten sollen am 23. Juni in einem Referendum über die weitere EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Um einen Austritt zu verhindern, sagten die EU-Partner Cameron zuletzt ein Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone zu. Großbritannien wurde zudem die Möglichkeit zugestanden, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang Sozialleistungen zu verwehren.

Johnson ist ein ernstzunehmender Konkurrent von Cameron. Ihm werden Ambitionen auf das Amt des Premierministers nachgesagt. Eine Abstimmungsniederlage Camerons könnte ihm den Weg in die Downing Street ebnen.

Quelle: n-tv.de

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