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Präsident Kadyrow weiß, wie man feiert.
Präsident Kadyrow weiß, wie man feiert.(Foto: picture alliance / dpa)

Moskau zahlt die Zeche: Kadyrow lässt's kräftig krachen

Er sieht sich gerne als "Vater des Volkes" oder "Oberhaupt": Ramsan Kadyrow. Der 35-Jährige ist Präsident in Tschetschenien - und Moskau sehr ergeben. Dass er einen starken Personenkult pflegt, scheint dort nicht zu stören. Bei seiner Geburtstagsfeier haut er richtig auf die Pauke - teure Stars reisen an.

Mit großem Pomp hat Tschetscheniens umstrittener Präsident Ramsan Kadyrow seinen 35. Geburtstag gefeiert. Der für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannte Politiker, dessen Milizen Morde und Entführungen vorgeworfen werden, hatte für die Feiern zahlreiche internationale Stars eingeladen. Offiziell sollte mit der Party ein Neubaukomplex in der noch immer vom Krieg gezeichneten Hauptstadt Grosny eingeweiht werden.

Neben den Schauspielern Jean-Claude Van Damme, Kevin Costner und Hilary Swank nahm auch die Violinistin Vanessa Mae sowie eine deutsche Artistengruppe an den Feiern teil. Lokalen Medienberichten zufolge erhielt allein Mae für ihre Teilnahme eine halbe Million Dollar. Auf die Frage eines russischen Journalisten, woher das Geld für die Feier stammte, antwortete Kadyrow, Allah habe es gegeben. Moskau finanziert den Wiederaufbau der kleinen Kaukasusrepublik seit Jahren mit Milliarden Rubel.

Überall in der noch immer von mehreren Kriegen gezeichneten Hauptstadt Grosny hingen Fahnen und Porträts des Staatschefs. Bereits seit Montag waren die Hauptzufahrtsstraßen in das Stadtzentrum gesperrt. Zudem kontrollierte die Polizei seit Wochen die Ausweise aller Einwohner Grosnys. Obwohl der Geburtstag inoffiziell zum Feiertag erklärt wurde, drohte Kadyrow allen Beamten mit der Entlassung, sollten sie ihm gratulieren oder Geschenke überreichen.

Shakira angefragt

Offiziell sollte mit der Party die neue Grosny-City eingeweiht werden, ein Neubaukomplex aus drei Hochhäusern, einem Luxushotel und einem Einkaufzentrum. Kadyrow hatte kürzlich gesagt, auch die Sängerin Shakira sei zu dem abschließenden Konzert eingeladen worden, habe aber aus Angst um ihre Sicherheit abgesagt. Er warf Menschenrechtsaktivisten vor, sie vor einer Teilnehme gewarnt zu haben. Shakira selbst beteuerte im Kurznachrichtendienst Twitter, sie habe nie die Absicht gehabt, zu der Party zu kommen.

Tschetschenien versucht seit Monaten, durch die Einladung internationaler Stars sein Image aufzubessern. Im Mai wurden Ex-Fußballer wie Diego Maradona und Luis Figo zur Eröffnung des neuen Fußballstadions von Terek Grosny eingeflogen. Zwei Monate zuvor organisierten die tschetschenischen Behörden ein Spiel zwischen einem aus Ex-Mitgliedern der brasilianischen Nationalmannschaft zusammengesetzten Team und einer russischen Mannschaft.

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Quelle: n-tv.de

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