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Massaker von Srebrenica: Karadzic bekommt 40 Jahre für Völkermord

Der ehemalige bosnische Serbenführer Karadzic wird für Völkermord in Srebrenica im Osten Bosniens schuldig gesprochen und insgesamt zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Das verkünden die Richter des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag.

Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic ist wegen Verbrechen während des Bosnien-Kriegs zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das verkündete das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Das Gericht befand den 70-Jährigen in zehn Anklagepunkten wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig.

"Radovan Karadzic, das Gericht verurteilt Sie zu 40 Jahren Haft", sagte der Richter O-Gon Kwon. Das Gericht befand Karadzic unter anderem "strafrechtlich verantwortlich" für das Massaker von Srebrenica, bei dem 1995 fast 8000 bosnische Muslime umgebracht wurden, und für Geiselnahmen von UN-Blauhelmsoldaten.

Der 70-Jährige war im Gerichtssaal in Den Haag anwesend. Karadzic musste sich während des sechseinhalb Jahre dauernden Prozesses wegen der während des Bosnien-Kriegs begangenen Verbrechen verantworten. Die Anklage hatte lebenslange Haft gefordert.

Der einstige Präsident der selbst ernannten bosnischen Serbenrepublik war nach dem Krieg jahrelang untergetaucht und 2008 in Belgrad verhaftet worden. 2009 wurde in Den Haag der Prozess gegen ihn eröffnet. Karadzic bezeichnete sich selbst als unschuldig.

Während des Bosnien-Kriegs wurden mehr als 100.000 Menschen getötet und mehr als 2,2 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

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Quelle: n-tv.de

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