Dienstag, 16. Dezember 2008
Gewalt in Griechenland: Karamanlis entschuldigt sich
Zehn Tage nach Ausbruch der Welle der Gewalt hat sich Griechenlands Ministerpräsident Kostas Karamanlis bei seinen Landsleuten für Versäumnisse, Fehler und die Skandale seiner Regierung entschuldigt. "Ich habe selbst die Skandale der letzten Jahre unterschätzt. Es war mein Fehler", sagte Karamanlis. Chronische Mängel des Staates hätten seinen Worten nach zu Zuständen in Griechenland geführt, die nicht akzeptabel seien. "Ich weiß, die Bürger sind gekränkt. Ich übernehme unseren Teil der Verantwortung", sagte Karamanlis und versprach Reformen.
Während Karamanlis im Parlament sprach, schleuderten Unbekannte mehrere Molotow-Cocktails auf die Anlagen der Bereitschaftspolizei im Athener Stadtviertel Kaisariani. Ein Bus und ein Streifenwagen brannten völlig aus, wie das Fernsehen zeigte. Verletzt wurde niemand. Die Lage im Zentrum Athens normalisierte sich weitgehend. Auf dem Syntagma Platz sollte ein neuer Weihnachtsbaum aufgestellt werden. Vergangenen Montag hatten Unbekannte einen 20 Meter hohen Weihnachtsbaum angezündet und zahlreiche Geschäfte zerstört.
Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel am 6. Dezember war in Griechenland eine beispiellose Gewalt- und Protestwelle gegen Polizeiwillkür ausgebrochen. Zugleich richteten sich die Proteste aber auch gegen die weit verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft in Griechenland.
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