Dienstag, 08. September 2009
Betrug bei Wahl in Afghanistan: Karsai offenbar der Sieger
Bei der zunehmend umstrittenen Präsidentschaftswahl in Afghanistan kommt Amtsinhaber Karsai nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen erstmals auf eine absolute Mehrheit. Allerdings ist es nach Angaben der Unabhängigen Beschwerdekommission zu Wahlbetrug gekommen.Knapp drei Wochen nach der Wahl wies die von den Vereinten Nationen unterstützte Beschwerdekommission die afghanische Wahlkommission (IEC) an, Stimmen aus betroffenen Wahllokalen zu überprüfen und erneut auszuzählen. Bevor die Vorwürfe nicht geklärt sind, darf kein amtliches Endergebnis verkündet werden. Damit steht bis dahin auch kein Gewinner fest.
Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte mit, Karsai habe nach derzeitigem Stand 54,1 Prozent der Stimmen gewonnen. Sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah folge mit 28,3 Prozent. Die Stimmen aus 91,6 Prozent der Wahllokale seien inzwischen ausgezählt. Die Auszählung werde trotz der Anordnung der ECC bis zu einem vorläufigen Ergebnis fortgesetzt. Danach würden die von der ECC bemängelten Wahllokale überprüft werden.
Die Wahlkommission selbst kündigte an, rund 200.000 Stimmen aus 447 der insgesamt rund 26.000 Wahllokale bei dem vorläufigen Ergebnis nicht zu berücksichtigen. Diese Stimmen seien "verdächtig" und zur Überprüfung an die Beschwerdekommission gegeben worden, sagte Daoud Ali Nadschafi von der IEC.
Die Betrugsvorwürfe in Afghanistan richten sich in erster Linie gegen das Lager von Präsident Karsai. Am Sonntag hatte Karsai noch mit knapp 17 Prozentpunkten vor Ex-Außenminister Abdullah geführt. Erste Ergebnisse nach der Wahl vom 20. August hatten noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hingedeutet. Sollte Karsai die absolute Mehrheit bei der Auszählung der restlichen Stimmen und nach Klärung der Betrugsvorwürfe halten, wäre kein zweiter Wahlgang im Oktober nötig.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Schlag gegen Terror-Organisation
Eta-Anführer gehen ins Netz
-
Noch mehr Tote bei Massaker in Hula
UN-Sicherheitsrat verurteilt Syrien scharf
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt