Politik
Freitag, 30. August 2013

AOK hortet besonders viel : Kassen bunkern wieder Milliarden

Die gesetzlichen Krankenkassen haben einem Bericht zufolge im ersten Halbjahr 2013 einen Überschuss von mehr als 1,2 Milliarden Euro erzielt. Damit wären die Rücklagen im Gesundheitssystem bei Gesundheitsfonds und Krankenkassen Ende Juni auf insgesamt 29 Milliarden Euro gestiegen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Berechnungen der Kassenverbände. Der positive Finanztrend setzt sich demnach fort, allerdings deutlich verlangsamt. So habe sich der Einnahmenüberschuss der Kassen gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 halbiert.

Am besten schnitten dem Bericht zufolge die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) ab, die rund ein Drittel der 70 Millionen Kassenversicherten haben. Sie erzielten im ersten Halbjahr ein Plus von mehr als 600 Millionen Euro. Gegenüber dem ersten Quartal habe sich der Überschuss aber mehr als halbiert. Als Grund wird die wieder stärkere Ausgabendynamik genannt. Da sich diese Wirkungen im Laufe des Jahres noch verstärken würden, sei schon für das dritte Quartal mit einem negativen Ergebnis zu rechnen.

Die Betriebskrankenkassen (BKK) erzielten laut "FAZ" in den ersten sechs Monaten einen Überschuss um die 200 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen gaben 150 Millionen Euro weniger aus als ihre Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds betrugen, bei der Knappschaft waren es 77 Millionen Euro. Die Ersatzkassen wie Barmer GEK und DAK meldeten demnach nur einen Überschuss von 134 Millionen Euro.

Trotz der guten Zahlen ist es um die Moral der Kassen nicht so gut bestellt: Alte und kranke Menschen werden immer wieder diskriminiert. Das ging kürzlich aus dem Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes hervor, den die Aufsichtsbehörde im Internet veröffentlicht hat. Danach benachteiligen die Kassen Versicherte mit hohem Kostenrisiko oft schon bei der Anwerbung. Daneben habe es aber auch Versuche gegeben, Ältere oder Kranke aus der Kasse herauszudrängen, heißt es in dem Bericht. Scharfe Kritik übt die Behörde auch an der systemischen "Risikoselektion" bei der Anwerbung von Versicherten. So habe eine Reihe von Krankenkassen mit ihrem Vertrieb Vereinbarungen mit dem Ziel abgeschlossen, vorrangig einkommensstarke und gesunde Versicherte zu akquirieren.

Quelle: n-tv.de

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