Politik
Die Wahlurnen, die beim Referendum in Katalonien zum Einsatz kommen sollen, wurden bereits der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Wahlurnen, die beim Referendum in Katalonien zum Einsatz kommen sollen, wurden bereits der Öffentlichkeit vorgestellt.(Foto: REUTERS)
Freitag, 29. September 2017

Referendumspläne schreiten voran: Katalonien verkündet Abstimmungsdetails

Die spanische Regierung untersagt das Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens. Die Vorbereitungen für die geplante Wahl laufen dennoch auf Hochtouren. Die Regionalregierung präsentiert dazu Abstimmungsorte, Zeiten und Wahlurnen.

Die Regionalregierung in Katalonien hat zwei Tage vor der Wahl zur Unabhängigkeit von Spanien Details zu Abstimmungsverfahren bekannt gegeben. Die Katalanen können demnach beim umstrittenen Referendum am kommenden Sonntag in 2315 Wahllokalen zwischen 9 und 20 Uhr abstimmen. Das sagte der katalanische Regierungssprecher Jordi Turull.

Auch die Wahlurnen aus Kunststoff wurden erstmals öffentlich präsentiert. Insgesamt sind mehr als 5,3 Millionen Katalanen aufgerufen, über die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region von Spanien abzustimmen. Dabei wurde die  Abstimmung vom Verfassungsgericht und von der Regierung in Madrid verboten.

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Die Zentralregierung versucht weiter, die Volksbefragung mit allen Mitteln zu verhindern. Was genau am Wahltag geschehen wird, wagt deshalb niemand vorherzusagen. Auch ob und wann die Regionalregierung von Carles Puigdemont ein Ergebnis verkünden und ob es zu größeren Demonstrationen kommen wird, war kurz vor dem Wochenende weiter völlig unklar.

Am Vortag hatte die spanische Polizei bei Hausdurchsuchungen erneut 2,5 Millionen Wahlzettel sichergestellt. Bei Dutzenden Razzien waren bereits in der vergangenen Woche auf Anweisung aus Madrid mehrere Millionen Stimmzettel und 1,5 Millionen Wahlplakate beschlagnahmt worden. Bürger in Katalonien erklärten aber, dies stelle kein Problem dar, sie würden einfach neues Material drucken.

"Wollen Bürgern eine Stimme geben"

Die Maßnahmen aus Madrid würden die katalanischen Behörden "nicht schwächen, sondern stärken", erklärte Vizepräsident Oriol Junqueras. "Wir tun alles, was möglich ist, um es den Bürgern zu erlauben, ihre Stimme abzugeben."

Bürgerkomitees, die sich für die Durchführung der Volksabstimmung einsetzen, forderten die Bevölkerung auf, schon ab diesem Freitag Schulen und andere Gebäude zu besetzen, die als Wahllokale dienen sollen. So solle sichergestellt werden, dass die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil die Wähler am Sonntag nicht am Eintritt in die Gebäude hindern könne, zitierte die Zeitung "El Mundo" die Organisatoren. Madrid hat zahlreiche Sicherheitskräfte in die Region entsandt, darunter auch die ihr unterstellte Guardia Civil.

Die Zahl der Befürworter einer Abspaltung Kataloniens von Spanien lag in den vergangenen Jahren zwischen knapp 40 und 50 Prozent. Kundgebungen der Gegner des Referendums und der Unabhängigkeit gibt es in Barcelona allerdings kaum. Hingegen waren bereits Tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um die Volksbefragung zu unterstützen.

Lage im Nordosten Spaniens: Die Autonome Gemeinschaft Katalonien.
Lage im Nordosten Spaniens: Die Autonome Gemeinschaft Katalonien.(Foto: n-tv.de / Stepmap.de)

Quelle: n-tv.de

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