Politik
Nicht wohlgelitten in Saudi-Arabien: der iranische Präsident Hassan Ruhani.
Nicht wohlgelitten in Saudi-Arabien: der iranische Präsident Hassan Ruhani.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 24. August 2017

Trotz Warnungen der Saudis: Katar entsendet Botschafter nach Teheran

Kürzlich erst warnt Saudi-Arabien Katar vor engeren Beziehungen zum Iran. Doha scheint das nicht zu scheren, es schickt wieder einen Botschafter nach Teheran. Allerdings vereinbaren auch die Saudis nun einen diplomatischen Austausch mit dem Iran.

Trotz der Kritik seiner arabischen Nachbarstaaten an seinem Verhältnis zum Iran baut Katar seine diplomatischen Beziehungen zu dem schiitischen Nachbarstaat aus. Der katarische Botschafter soll in den Iran zurückkehren. "Katar drückt damit seine Hoffnung auf eine Stärkung der bilateralen Beziehungen zur Islamischen Republik Iran aus", teilte das Außenministerium in Doha in einer kurzen Mitteilung mit.

Anfang 2015 hatte das Emirat wie andere sunnitische Staaten aus Solidarität mit Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Teheran abgezogen. Die Entscheidung war eine Reaktion auf einen Angriff iranischer Demonstranten auf die saudische Botschaft in Teheran. Zuvor hatte Saudi-Arabien einen prominenten schiitischen Geistlichen hinrichten lassen.

Katar ist derzeit auf der Arabischen Halbinsel isoliert, weil die sunnitisch beherrschten Nachbarstaaten dem kleinen Wüstenemirat Unterstützung des Terrorismus und zu enge Beziehungen zum Iran vorwerfen. Vergangenen Monat hatte Saudi-Arabien Katar gewarnt, dass noch engere Beziehungen zum Iran "noch mehr Ärger für Katar bedeuten" würden.

Allerdings zeichnet sich derweil auch zwischen dem Iran und Saudi-Arabien ein Ende der diplomatischen Eiszeit ab. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif kündigte erstmals seit den Vorfällen im Januar 2016 gegenseitige diplomatische Besuche an. Nach der Pilgerfahrt nach Mekka im September würden Diplomaten beider Länder die Botschaften im jeweiligen Gastland inspizieren, sagte Sarif der Nachrichtenagentur Isna.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es Anzeichen für eine Entspannung im Verhältnis der Regionalmächte gegeben. Anders als im Vorjahr dürfen Iraner wieder nach Mekka und Medina pilgern. Saudi-Arabien will dem Iran außerdem erlauben, während der Hadsch vorübergehend Konsulate im Königreich zu eröffnen.

Quelle: n-tv.de

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