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Die Siedlung Pisgat Ze'ev im Nordosten von Jerusalem mit der Grenzmauer im Vordergrund.
Die Siedlung Pisgat Ze'ev im Nordosten von Jerusalem mit der Grenzmauer im Vordergrund.(Foto: dpa)

PLO verärgert über Enthüllungen: "Katar hilft der Hamas"

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira veröffentlicht eine Sammlung von Geheimdokumenten zu den Nahost-Friedensverhandlungen. Sie zeigen, dass die palästinensische Autonomiebehörde schwach und verzweifelt ist. Die Palästinenser reagieren mit Vorwürfen an Katar. Das Emirat wolle die Autonomiebehörde in Verruf bringen.

Nach den spektakulären Nahost-Enthüllungen hat die Palästinenserbehörde dem Golfemirat Katar gezielte Sabotage vorgeworfen. Katar ist Sitz des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira, der im Stil der Enthüllungsplattform Wikileaks Dokumente über die israelisch-palästinensischen Verhandlungen veröffentlicht hatte.

Ziel der Berichte sei es, die radikal-islamische Hamas auch im Westjordanland an die Macht zu bringen, sagte der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Jassir Abed Rabbo. Al-Dschasira hätte die Reportage nicht ohne Segen von höchster politischer Stelle veröffentlicht, meinte er.

Al-Dschasira hatte am Sonntag mit der Veröffentlichung einer Sammlung von insgesamt etwa 1600 Geheimdokumenten begonnen. Daraus geht unter anderem hervor, dass die Palästinenser 2008 bei den Verhandlungen mit dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert bereit waren, Israel fast alle jüdischen Viertel auch im arabischen Ostteil der Stadt abzutreten.

"Schockwellen in der arabischen Welt"

Der britische "Guardian", der vorab Einblick in die Papiere erhielt, geht davon aus, dass die neuen Enthüllungen "Schockwellen" bei den Palästinensern und in der arabischen Welt auslösen werden. Die "Palästina-Papiere", wie Al-Dschasira und "Guardian" die Dokumente nennen, illustrierten den "langsamen Tod" des Friedensprozesses im Nahen Osten.

Die "Kampagne" habe das Ziel, die Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas in Verruf zu bringen und zu schwächen, sagte Abed Rabbo in Ramallah. "Wenn die Autonomiebehörde schwach wird, ist eine andere politische Fraktion bereit, sie zu ersetzen", fügte er mit Blick auf die Hamas hinzu, die die seit Juni 2007 im Gazastreifen herrscht. Die Palästinenserbehörde wirft Katar schon seit längerem vor, die Hamas - Erzrivale von Abbas' Fatah - gezielt zu unterstützen.

Abed Rabbo warf dem Fernsehsender Al-Dschasira vor, er habe Informationen absichtlich aus dem Kontext gerissen, um das Ansehen der Palästinenserbehörde "zu beschmieren". Unabhängige palästinensische Organisationen müssten die brisanten Berichte objektiv untersuchen, forderte er.

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Quelle: n-tv.de

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