Politik

"Krieg wird in eure Straßen kommen": Kaukasus-Emirat droht Moskau

Zwei Tage nach den Terroranschlägen in der Moskauer Metro sterben bei Bombenexplosionen im Konfliktgebiet Nordkaukasus mindestens zwölf Menschen. Der tschetschenische Rebellen-Chef Umarow bekennt sich zu den Moskauer Anschlägen und kündigt weitere Attentate an.

Im Internet kündigt Umarow weitere Anschläge an.
Im Internet kündigt Umarow weitere Anschläge an.(Foto: REUTERS)

Das sogenannte Kaukasus-Emirat hat sich zu den Doppelanschlägen auf die Moskauer U-Bahn mit 39 Toten bekannt. Das meldete das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE. Dessen Rebellenchef, Doku Umarow, kündigte weitere Anschläge an.

Doku Umarow, der Führer des Kaukasus-Emirats, habe die Verantwortung für die Anschläge am Montag auf die Moskauer U-Bahn in einer in russischer Sprache veröffentlichten Videobotschaft übernommen, berichtete SITE. Die Betreiber der Rebellen-Website Kavkazcenter.com hatten das Video ins Netz gestellt. Auf der Website hieß es in englischer Sprache, Umarow habe erklärt, dass die Doppelanschläge eine "Vergeltung für die Tötung von tschetschenischen und inguschetischen Menschen in Arschti, einem Dorf an der Grenze zwischen Tschetschenien und Inguschetien, am 11. Februar" seien. Dort habe es ein "Massaker russischer Invasoren" gegen die ärmsten Bewohner gegeben, die lediglich wilden Knoblauch zur Ernährung ihrer Familien pflückten.

Das Autowrack des ersten Attentäters in Kisljar.
Das Autowrack des ersten Attentäters in Kisljar.(Foto: dpa)

Wie SITE weiter berichtete, erklärte Umarow, die Anschläge in Moskau seien von seinen Gefolgsleuten ausgeführt wurden. Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer U-Bahn 39 Menschen mit in den Tod gerissen. Der russische Geheimdienst FSB machte für diese Anschläge Rebellen aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Umarow kündigt weitere Anschläge an

Umarow kündigte zudem weitere Attentate an. "Der Krieg wird in Eure Straßen kommen und ihr werdet ihn in Eurem Leben und Eurer Haut spüren", hieß es in der Botschaft. Umarow hatte im Oktober 2007 in der Konfliktregion im Südwesten Russlands das "Kaukasus-Emirat" ausgerufen und sich selbst zu dessen Emir ernannt.

Das "Kaukasus-Emirat" wird für zahlreiche Anschläge im ganzen Land verantwortlich gemacht. Die Gruppe bekannte sich unter anderem zu dem Anschlag auf den "Newski-Express" Ende November. Der Schnellzug war auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg durch eine Explosion entgleist, 28 Menschen kamen ums Leben. Umarow wird in Russland als Staatsfeind Nummer eins gesucht.

Doppelanschlag in Dagestan

Bei einem Doppelanschlag in der Kaukasusrepublik Dagestan kamen am Mittwoch zwölf Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Polizisten. Die Anschläge ereigneten sich in der Stadt Kisljar. Der erste Attentäter sprengte sich nach Behördenangaben mit seinem Auto vor einem Gebäude des Innenministeriums in die Luft. Zwanzig Minuten später zündete ein als Polizist verkleideter Selbstmordattentäter an derselben Stelle einen weiteren Sprengsatz, als sich Ermittler am Anschlagsort versammelten.

Die russische Polizei nahm in Moskau zahlreiche Oppositionelle fest, die in der Nähe einer offiziellen Anti-Terror-Demonstration gegen die Regierungspolitik protestiert hatten.

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Quelle: n-tv.de

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