Dienstag, 01. Dezember 2009
Ahmadinedschad: Thema erledigt: Keine Atom-Gespräche mehr
Der Iran will nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad trotz einer Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA keine weiteren Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm führen. Aus iranischer Sicht sei das Atom-Thema abgeschlossen, alle "technischen Aspekte" seien bereits mit der IAEA geklärt worden, sagte der iranische Präsident im staatlichen Fernsehen.
"Irans Atomfrage ist geklärt. Wir werden keine weiteren Verhandlungen dazu führen. Es gibt keinen Grund für Gespräche", sagte Ahmadinedschad. Der Iran sei nicht dazu verpflichtet, die Internationale Atomenergiebehörde über seine Pläne zum Bau weiterer Nuklear-Anlagen zu informieren, solange die Technologie dafür nicht aus dem Ausland stamme.
Drohungen aus Teheran
Sollte der UN-Sicherheitsrat wegen des Atomprogramms weitere Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängen, würde dies den Streit auch nicht lösen, warnte Ahmadinedschad. "Sanktionen werden keine Wirkung zeigen. Angreifer werden ihre Tat bereuen, sobald sie ihren Finger an den Abzug legen", drohte Ahmadinedschad. Der Iran könne innerhalb einer Woche sein eigenes Benzin herstellen, wenn Sanktionen gegen solche Importe im Energiebereich verhängt werden sollten.
Kritik an Russland
Zugleich kritisierte der iranische Präsident Russland dafür, die jüngste Resolution der UN-Atombehörde gegen den Iran unterstützt zu haben. Dies sei ein "Fehler" gewesen. Die Einschätzung Russlands sei nicht korrekt, sagte Ahmadinedschad.
Bau von weiteren zehn Anlagen
Die Führung in Teheran hatte am Sonntag mitgeteilt, zehn weitere Anlagen zur Urananreicherung zu bauen. Dies wurde als Reaktion auf einen Beschluss des Gouverneursrats der IAEA gesehen. In einer Resolution gegen den Iran hatte die IAEA am Freitag deutlich ihr Unbehagen über das Atomprogramm des Landes geäußert. Der Beschluss, in dem der Iran wegen der geheim gehaltenen Nuklearanlage in der Nähe der Stadt Ghom gerügt wird, wurde im Gouverneursrat mit überwältigender Mehrheit angenommen.
Der Westen verdächtigt den Golfstaat, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms die Entwicklung von Atomwaffen zu betreiben. Der Iran weist dies zurück.
rts/dpa
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