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Nordkoreas Atomwaffen-Pläne: Kim arbeitet Punkt für Punkt ab

Von Nora Schareika

Nordkorea bewegt sich zielstrebig auf sein großes Ziel zu: Unangreifbarkeit durch Langstrecken-Atomwaffen. Die Welt droht wieder einmal mit harten Konsequenzen. Dabei sieht Pjöngjang in der Eskalation seine Versicherung.

Dies soll die getestete Langstreckenrakete sein. Das Foto verschickte die koreanische Nachrichtenagentur KCNA.
Dies soll die getestete Langstreckenrakete sein. Das Foto verschickte die koreanische Nachrichtenagentur KCNA.(Foto: dpa)

Der Start einer Langstreckenrakete aus Nordkorea ist ein Schritt, der sich logisch einreiht in die Strategie der Staatsführung in Pjöngjang. Schon seit Tagen hatten sich die Nachbarn in der Region darauf vorbereitet und ihrerseits gedroht, eine solche Rakete abfangen zu wollen. Doch Nordkorea kam ihnen zuvor: Die jetzt losgeschickte Rakete startete früher, als gedacht.

Vor einem Monat hatte das isolierte kommunistische Land bereits eine Wasserstoffbombe getestet und diesen Test selbst als erfolgreich bezeichnet. Der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank sagte damals im Interview mit n-tv.de, das sei durchaus glaubwürdig. Der nächste Schritt sei der Test einer Rakete, die solche Atomwaffen weit transportieren könne. Das ist nun geschehen.

Die Vereinten Nationen wussten vorab von dem bevorstehenden Test, der zwischen dem 8. und dem 25. Februar stattfinden sollte. Nun also einen Tag früher, was als gezielte Provokation zu werten ist. Nicht nur deshalb ist die internationale Gemeinschaft nun in Sorge. Das Voranschreiten Nordkoreas bei seinen Raketentests, die in immer kürzeren Intervallen erfolgen, hat schon jetzt ganz Ostasien in Aufruhr versetzt.

Kim glaube, dass Eskalation ihm nützt

China, bisher eher unfreiwillig als Schutzmacht Nordkoreas angesehen, distanziert sich mit jedem weiteren Schritt des Nachbarn hin zur Atomwaffenfähigkeit. Zum einen, weil Peking dies als Bedrohung seiner nationalen Sicherheit betrachtet. Zum anderen auch deshalb, weil hier für die chinesische Bevölkerung der Spaß aufhört. Den Zusammenbruch des nordkoreanischen Regimes will China allerdings vermeiden.

Auch Japan und Südkorea wollen nicht tatenlos zusehen, wie das kleine Land sich allen Sanktionen zum Trotz aufrüstet. In diesem Zusammenhang sind die Äußerungen des US-amerikanischen Außenministers John Kerry zu sehen, der sagte, die USA seien diesen Verbündeten "eisenhart verpflichtet". Kerry kündigte "ernste Konsequenzen" an.

Hier liegt allerdings die Crux der Geschichte. Was will man Nordkorea, das ohnehin vollkommen isoliert, mit Sanktionen belegt und beinahe im ganzen Rest der Welt geächtet ist, noch antun? Wie Staatschef Kim Jong Un einschüchtern? Der sieht es ja gerade als Lebensversicherung, sein Militär unbeirrt aufzurüsten - wohl wissend, dass ein hochgerüstetes Nordkorea die Nachbarn mehr beeindruckt als jeder Dialog. Das gängigste Szenario ist deshalb ein sich aufrüstendes Ostasien. Südkorea etwa setzt schon seit langem auf Abschreckung.

Gleichzeitig steigt trotz aller anderslautenden Drohungen das Interesse der anderen Staaten in der Region, dass das unberechenbare Regime in Pjöngjang stabil bleibt und nicht unnötig gereizt wird. Allein darum geht es aber Kim. Doch noch hat Kim keine Langstreckenrakete mit Atomsprengkopf, sondern nur Einzelteile.

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Quelle: n-tv.de

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