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Startbefehl trotz Warnungen: China hatte vor wenigen Tagen noch einen Unterhändler nach Pjöngjang geschickt, um den Raketentest zu verhindern.
Startbefehl trotz Warnungen: China hatte vor wenigen Tagen noch einen Unterhändler nach Pjöngjang geschickt, um den Raketentest zu verhindern.(Foto: imago/Kyodo News)

Raketenstart ruft UN auf den Plan: Kim bringt die Welt gegen sich auf

Überraschend kommt der Test einer Langstreckenrakete durch Nordkorea nicht. Dennoch reagiert die Weltgemeinschaft empört. Auch von einem Verbündeten bekommt das Regime in Pjöngjang keine Unterstützung.

Der Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete am Morgen hat weltweit heftige diplomatische Reaktionen ausgelöst. Der Weltsicherheitsrat will sich noch heute zu einer Dringlichkeitssitzung treffen. Südkorea, die USA, aber auch Russland und Pjöngjangs traditioneller Verbündeter China verurteilten den Raketenstart, der nordkoreanischen Angaben zufolge einen Satelliten in eine Erdumlaufbahn brachte.

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Der Raketenstart verletzte bestehende Resolutionen des Sicherheitsrats und sei "tief beklagenswert", erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Weltsicherheitsrat, das oberste UN-Gremium, soll sich noch heute in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.

Die USA verurteilten den Raketenstart als "destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung" zahlreicher UN-Resolutionen. Zugleich setze sich die Regierung in Washington für "ernste Konsequenzen" ein, erklärte US-Sicherheitsberaterin Susan Rice. Die nordkoreanischen Waffenprogramme seien "eine ernste Bedrohung unserer Interessen - einschließlich der Sicherheit einiger unserer engsten Verbündeten - und untergraben Frieden und Sicherheit in der breiteren Region".

Auch US-Außenminister John Kerry hat den nordkoreanischen Raketenstart als Bedrohung für die Sicherheit der Region und der USA angeprangert. Er unterstrich, dass die USA der Verteidigung ihrer Verbündeten, darunter Südkorea und Japan, "eisenhart" verpflichtet seien. "Wir werden alle nötigen Schritte unternehmen, um uns selbst und unsere Verbündeten zu verteidigen und auf die nordkoreanischen Provokationen zu antworten", hieß es in der schriftlichen Mitteilung Kerrys weiter. "Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, zusammenzustehen und Nordkorea zu demonstrieren, dass seine rücksichtslosen Aktionen ernste Konsequenzen haben müssen."

Wollte Nordkorea China brüskieren?

Auch Japan hat den Start scharf verurteilt. Der Abschuss sei eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der Welt, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Man werde beim Regime in Pjöngjang vehement protestieren. Ministerpräsident Shinzo Abe übte ebenfalls scharfe Kritik und sprach von einem Verstoß gegen UN-Resolutionen. Japan habe jedoch nichts unternommen, um die Rakete abzufangen, hieß es von Seiten des Verteidigungsministeriums in Tokio.

China "bedauerte" den Raketenabschuss, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Regierung in Peking hatte Pjöngjang zuvor mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen. Noch am Dienstag war sogar der chinesische Unterhändler im Atomstreit mit Nordkorea, Wu Dawei, zu Gesprächen in Pjöngjang. Zu dem Zeitpunkt verkündete Nordkorea die Pläne für den Satellitenstart, sodass einige Beobachter schon über eine mögliche Brüskierung seines großen Wirtschaftspartners spekulierten.

Russland distanzierte sich ebenfalls von Pjöngjang. Der Raketenstart verschärfe die Lage auf der koreanischen Halbinsel und in der gesamten Region, teilte das russische Außenministerium mit.

Quelle: n-tv.de

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