Donnerstag, 04. Mai 2006
Erstmals in der Geschichte: Kinderarbeit geht zurück
Die weltweite Kinderarbeit ist einem UN-Bericht zufolge erstmals zurückgegangen und könnte in ihrer gefährlichsten Form in zehn Jahren Vergangenheit sein. Wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mitteilte, sank die Zahl arbeitender Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren um elf Prozent auf nunmehr 218 Millionen. Die Zahl derer, die bei gefährlichen Arbeiten ihre körperliche oder seelische Gesundheit gefährden, reduzierte sich im Vergleich zu vor vier Jahren um 26 Prozent auf 126 Millionen.
"Das Ende der Kinderarbeit ist in greifbarer Nähe", sagte ILO-Direktor Juan Somavia. Obwohl der Kampf gegen die Ausbeutung der Kinder eine gewaltige Herausforderung sei, befände sich die internationale Gemeinschaft auf dem richtigen Weg. Halte der Trend in dieser Geschwindigkeit an, könnte zumindest die gefährliche Kinderarbeit bis 2016 ausgerottet sein.
Als Grund für den Rückgang nannte die zu den Vereinten Nationen (UN) gehörende Organisation zum einen eine größere Entschlossenheit der Regierungen, gegen das Problem vorzugehen. Dies sei vor allem in großen Entwicklungsländern wie Brasilien und China der Fall. Zum anderen habe die stärkere Weltwirtschaft einen positiven Effekt gehabt, indem sie den Druck auf arme Familien reduzierte, ihre Kinder zum Arbeiten und Geldverdienen zu zwingen.
Am stärksten ging die Kinderarbeit in Lateinamerika und der Karibik mit einem Minus von 60 Prozent zurück. Dort arbeiten nun noch fünf Prozent der Kinder. Obwohl auch in Asien und dem pazifischen Raum die Zahl auf 122 Millionen zurückging, bleibt der Kontinent absolut betrachtet die Weltregion, in der am meisten Kinder arbeiten. Nimmt man dagegen die Zahl der arbeitenden Kinder im Verhältnis zu den übrigen Kindern in der Bevölkerung, so sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara weiterhin die am meisten betroffene Region. Dort arbeiten 50 Millionen Kinder, was 26 Prozent der gesamten Bevölkerung unter 15 Jahren sind.
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