Donnerstag, 03. Juni 2010
Hase-und-Igel-Effekt: Kinderbetreuung nicht zu schaffen
Je mehr Kita-Plätze die Kommunen anbieten, desto mehr Eltern haben auch Interesse an einem Krippenplatz, beklagt der Deutsche Städtetag. Hinzu kommt der permanente Geldmangel, so dass der Ausbau der Kinderbetreuung nicht zu schaffen ist.Der geplante flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung bis 2013 ist nach Einschätzung der Kommunen wegen Geldmangels und ständig steigender Nachfrage nicht zu schaffen. "Je mehr Angebote wir haben, desto mehr Eltern haben auch Interesse an einer Krippenbetreuung", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).
"Sparen kommt bei der Kinderbetreuung nicht infrage", sagte Ude, auch Vizechef des Deutschen Städtetags. "Ich sage aber voraus, dass wir im Westen den gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz bis 2013 nicht erfüllen können, weil das Interesse an Betreuungsangeboten und die Nachfrage ständig steigen."
In mancher Kleinstadt habe es bisher keine Krippenplätze gegeben - "also gab es auch keine Nachfrage, weil sowieso keine Plätze da waren", sagte Ude. "Das ändert sich jetzt." Außerdem fehlt nach Einschätzung der Kommunen ohnehin das Geld. Der Deutsche Städtetag habe schon vor zwei Jahren gewarnt, dass der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung "mit den Beiträgen, die Bund und Länder zahlen, nicht zu leisten ist".
Auch der Bayerische Städtetag weist auf die finanzielle Belastung der Kommunen hin. "Der Bedarf steigt und die Kosten sind zu hoch", sagte Geschäftsführer Reiner Knäusl. Nach bisherigen Berechnungen bedeute das Ziel, bis zum Jahr 2013 für 31 Prozent aller Kinder einen Betreuungsplatz anzubieten, allein für die bayerischen Kommunen jährliche zusätzliche Betriebskosten von 700 Millionen Euro. Davon übernehme der Bund aber nur 120 Millionen Euro, sagte Knäusl.
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