Politik

Umfrage zur Hessen-Wahl: Kochs Thron wackelt

Bei der hessischen Landtagswahl in einem halben Jahr droht Ministerpräsident Roland Koch der Machtverlust: Laut einer aktuellen Umfrage für das Politik-Magazin "Cicero" würde die CDU derzeit nicht nur ihre absolute Mehrheit einbüßen, sondern selbst mit der FDP keine stabile Regierungskoalition bilden können. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest sieht die momentan alleine regierenden Christdemokraten nur noch bei 40 Prozent der Stimmen - fast neun Prozentpunkte weniger als 2003. Die SPD bekäme dagegen mit 33 Prozent rund vier Punkte mehr als bei der letzten Wahl.

Die Grünen könnten sich der Umfrage zufolge derzeit um einen knappen Punkt auf elf Prozent steigern und damit als dritte Kraft in Hessen behaupten. Auch der Wiedereinzug der FDP erscheine trotz eines Verlusts von 0,9 Punkten auf rund sieben Prozent ungefährdet. Auf den Einzug in den Wiesbadener Landtag hoffen kann demnach auch die Linke, für die derzeit exakt fünf Prozent der 1.001 Befragten votieren würden. In diesem Fall kämen SPD, Grüne und Linke auf zusammen 49 Prozent und Schwarz-Gelb nur auf 47 Prozent.

Koch in der Direktwahl vorne

Bei einer Direktwahl ihres Ministerpräsidenten würden sich laut Infratest zwar 43 Prozent der Hessen für Koch und 32 Prozent für die SPD-Herausforderin Andrea Ypsilanti entscheiden. 2003 aber habe Koch noch einen Vorsprung von 16 Punkten vor seinem damaligen Gegenkandidaten Gerhard Bökel gehabt. Bei der Zustimmung im eigenen Lager liege der CDU-Landesvorsitzende allerdings deutlich vor der SPD-Spitzenkandidatin: Für Koch würden 84 Prozent der Unionsanhänger stimmen, für Ypsilanti dagegen nur 62 Prozent der sozialdemokratisch orientierten Wähler. Die SPD-Politikerin erfährt der Umfrage zufolge sogar bei den Grünen mehr Unterstützung als im eigenen Lager.

Der neue Landtag in Wiesbaden wird am 27. Januar 2008 gewählt. Bei der letzten Wahl im Februar 2003 kam die CDU auf 48,8 Prozent und die SPD auf 29,1 Prozent. Die Grünen erreichten 10,1 und die FDP 7,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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