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Kämpfer der Farc-Guerilla im Departamento Antioquia.
Kämpfer der Farc-Guerilla im Departamento Antioquia.(Foto: AP)

Beobachtung historischer Waffenruhe: Kolumbien und Guerilla wollen UN-Mission

Bei den Friedensverhandlungen erreichen Kolumbien und die Farc-Guerilla einen weiteren Meilenstein: Sie einigen sich darauf, die vereinbarte Waffenruhe von der UNO überwachen zu lassen. Die Bundesregierung bietet Unterstützung für die Zeit danach an.

Kolumbiens Regierung und die Farc-Guerilla haben sich bei ihren Friedensverhandlungen auf eine von der UNO überwachte Waffenruhe geeinigt. Wie beide Seiten mitteilten, soll der UN-Sicherheitsrat um die Schaffung einer Beobachtermission gebeten werden. Beobachter der UNO und der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) sollen den Angaben zufolge nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwölf Monate lang die Waffenruhe und die Entwaffnung der Rebellen kontrollieren.

Der Chefunterhändler der Regierung, Humberto de la Calle, begrüßte die Einigung. Es handele sich um einen bedeutsamen Schritt Richtung Frieden, sagte er. Auch der Farc-Anführer Luciano Marín alias "Iván Márquez" zeigte sich zufrieden. Dies sei ein "starkes Signal", dass sich der langjährige Konflikt seinem Ende nähere, sagte er.

Historisches Treffen in Havanna

Die Farc-Guerilla kämpft seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer. In dem blutigen Konflikt wurden seitdem mindestens 220.000 Menschen getötet. 5,3 Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe in die Flucht getrieben. Die Friedensgespräche zwischen den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) und der Regierung aus Bogotá hatten vor mehr als drei Jahren in Kubas Hauptstadt Havanna begonnen.

Im September verkündeten Präsident Juan Manuel Santos und der Farc-Kommandeur Timoleón Jiménez alias Timochenko bei einem historischen Treffen in Havanna den Durchbruch bei den Verhandlungen. Damals hieß es, das endgültige Friedensabkommen werde in spätestens sechs Monaten, also im März 2016, unterzeichnet. Das Datum wurde von Seiten der Farc später aber wieder infrage gestellt.

Bundesregierung bietet Hilfe an

Der Beauftragte des Bundesaußenministers für den Friedensprozess in Kolumbien, Tom Koenigs, sagte nach einem Gespräch mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos: "Das Abkommen über die Übergangsjustiz ist einmalig und beispielhaft."

"Was wir brauchen ist Wahrheit, Wiedergutmachung, Maßnahmen, damit es sich nicht wiederholt, und Gerechtigkeit. Dieses Abkommen enthält all diese Elemente", sagte der Grünen-Politiker. Die Unterhändler haben sich bereits auf eine Sonderjustiz geeinigt, die geständigen Tätern Höchststrafen von maximal acht Jahren garantiert. Im Gegenzug müssen sie bei der Aufklärung ihrer Verbrechen helfen.

Zur politischen Zukunft der Rebellen sagte der Bundesbeauftragte: "Die Gesellschaft muss es aushalten, dass im Parlament alle Strömungen vertreten sind. Wir haben in Deutschland gelernt, dass dies ein schwieriger Weg ist, aber er ist gangbar."

Koenigs bot deutsche Unterstützung für die Zeit nach dem Konflikt an. Neben Entwicklungskooperation könne Deutschland auch in den Bereichen Bildung und Umweltschutz helfen. "Wir wollen den Friedensprozess nicht nur durch finanzielle Leistungen begleiten, sondern auch wissenschaftlich und durch Ausbildung", sagte der Bundestagsabgeordnete.

Quelle: n-tv.de

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