Politik
Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National, gab ihre Stimme in Henin-Beaumont in Nordfrankreich ab.
Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National, gab ihre Stimme in Henin-Beaumont in Nordfrankreich ab.(Foto: REUTERS)

Départementswahlen in Frankreich: Konservative lassen Le Pen hinter sich

Umfragen hatten die rechtsextreme Front National von Marine Le Pen bereits als Wahlsieger gesehen. Doch das Ergebnis der Départementswahlen sieht anders aus: Die meisten Stimmen holen die Konservativen. Präsident Hollande erwischt es besonders hart.

Die rechtsextreme Front National (FN) hat bei den Départementswahlen in Frankreich ersten amtlichen Teilergebnissen zufolge rund 26 Prozent der Stimmen erzielt. Die Partei schnitt damit schlechter ab als zuvor erwartet. Umfragen hatten die FN zeitweise als stärkste Partei bei den Départementswahlen gesehen, mit Ergebnissen um die 30 Prozent. Dennoch liegt die rechtsextreme Partei Front National in 43 Départements vorn. In insgesamt 21 Départements errang die rechtsextreme Partei demnach mindestens 30 Prozent der Stimmen.

Video

Zum Wahlgewinner wurde allerdings das konservativ-bürgerliche Lager um die UMP des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy und die Zentrumspartei UDI. Sie kamen bei der Wahl in den Landkreisen auf 30 Prozent der Stimmen.

Eine schwere Schlappe musste die Sozialistische Partei von Staatspräsident François Hollande hinnehmen. Die Umfrageinstitute sahen sie bei lediglich etwa 20 Prozent.

Sarkozy freut sich

"Die Franzosen wollen eine klare Veränderung, beginnend mit den Départements", feierte Sarkozy den Schlag gegen die Sozialisten. In seiner Partei hieß es, dies sei eine historische Niederlage für die Sozialisten und ein "persönliches Scheitern" von Regierungschef Valls.

Knapp 25 Prozent hatte die Front National bereits bei den Europa-Wahlen im vergangenen Jahr erreicht. Parteichefin Marine Le Pen sprach von einem Erfolg, weil dieses Resultat noch übertroffen worden sei.

Regierungschef Manuel Valls von den Sozialisten freute sich, "dass die extreme Rechte nicht die erste politische Formation in Frankreich ist". Jetzt hänge alles von der Stichwahl am kommenden Sonntag ab.

Rechte Wähler mobilisiert

Die nationale Politik beobachtete die Abstimmung zwei Jahre vor der Kür eines neuen Staatspräsidenten mit größter Aufmerksamkeit. In Frankreich gibt es 101 solcher Kreise, wobei in Paris und Lyon sowie teils in Übersee nicht gewählt wurde. Gerade die linken Wähler hatten den Umfragen zufolge sehr wenig Lust auf eine Wahl gehabt, zumal die Zukunft der Landkreise in Frankreich wegen geplanter Strukturreformen eher ungewiss ist.

Die FN-Anhänger dagegen schienen mobilisiert, die Partei hatte bei vergleichbaren Wahlen vor vier Jahren noch 15 Prozent der Stimmen erhalten. Gerechnet worden war mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen der FN und der UMP. Die Linke könnte in der Stichwahl Dutzende ihrer bisher 61 verwalteten Départements verlieren. Rechtzeitig vor der Wahl eines Staatschefs 2017 will Sarkozy testen, ob er Überzeugungskraft zurückgewonnen hat. Ihm wird nachgesagt, eine neuerliche Kandidatur im Kampf um den Élysée-Palast vorzubereiten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen