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Das Regime in Pjöngjang übt scharfe Kritik an Südkoreas Lautsprecher-Propaganda und rechtfertigt den jüngsten Atomtest.
Das Regime in Pjöngjang übt scharfe Kritik an Südkoreas Lautsprecher-Propaganda und rechtfertigt den jüngsten Atomtest.(Foto: AP)

Drohungen aus Pjöngjang: Korea am "Rand eines Krieges"

Die Propaganda-Beschallung bringe die koreanische Halbinsel "an den Rand eines Krieges", warnt das kommunistische Regime in Pjöngjang. Seoul versetzt seine Soldaten an der Grenze in höchste Alarmbereitschaft.

Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea spitzt sich aus Sicht des Nordens weiter zu. Die Reaktion der USA und ihrer Partner auf den von Pjöngang verkündeten Wasserstoffbomben-Test treibe die Lage "an den Rand eines Krieges", warnte Kim Ki-nam, Chef der Propaganda-Abteilung der regierenden Arbeiterpartei Nordkoreas. Das Staatsfernsehen übertrug die Rede. Nordkoreas Gegner seien nur "neidisch" auf den erfolgreichen Wasserstoffbombentest des Landes, fügte Kim hinzu.

Wie südkoreanische Medien berichteten, hatte das nordkoreanische Regime am Freitag in Pjöngjang eine große Kundgebung zur Feier des jüngsten Atomtests des Landes organisiert. Dabei sei auch die Beschallungen durch Südkorea kritisiert worden. Es sei die erste Reaktion Nordkoreas auf die erneuten Lautsprecher-Durchsagen an der Grenze gewesen, berichtete der Rundfunksender KBS.

Südkorea reagiert mit den Beschallungen des Nachbarn auf dessen Atomtest am Mittwoch. Allerdings wird die Darstellung über die Zündung einer Wasserstoff-Bombe international stark in Zweifel gezogen. Denn das Nukleararsenal Nordkoreas gilt als begrenzt. Die am Mittwoch registrierte Detonation soll zudem für eine solche Bombe nicht stark genug gewesen sein.

Popsongs, News und Kritik an Pjöngjang

Südkorea hatte die Lautsprecheranlagen am Donnerstag an mehreren Stellen entlang der rund 240 Kilometer langen Grenze wieder in Gang gesetzt. Aus den Lautsprechertürmen erklingen Popsongs, gewöhnliche Nachrichten sowie Kritik am Regime von Machthaber Kim Jong Un in Richtung Norden. Pjöngjang hatte angesichts solcher Beschallungen im vergangenen Sommer "den Quasi-Kriegszustand" ausgerufen. Erst nach bilateralen Verhandlungen wurde die Krise beendet.

Um auf nordkoreanische Provokationen schnell reagieren zu können, versetzte Seoul seine Frontsoldaten in der Nähe der elf Standorte von Lautsprechern laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap in höchste Alarmbereitschaft. Zudem habe Südkorea Raketen, Artillerie und andere Waffensysteme unweit der Grenze stationiert.

Nordkorea verteidigte den Atomtest als notwendig für die Verteidigung des Landes und verwies auf das Schicksal der langjährigen Machthaber im Irak und in Libyen, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi. Diese hätten der "Zerstörung" nicht entkommen können, nachdem ihnen "die Basis für nukleare Entwicklung" genommen worden sei, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die Geschichte habe bewiesen, dass "kraftvolle nukleare Abschreckung als das stärkste … Schwert dient, um Aggression von außen zu verhindern", schrieb KCNA. Von Pjöngjang zu fordern, seine Atomwaffen aufzugeben, sei genauso sinnlos wie "der Wunsch, den Himmel herunterfallen zu sehen". Saddam Hussein und Gaddafi hatten beide unter internationalem Druck ihre Atomwaffenprogramme aufgeben müssen.

Quelle: n-tv.de

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