Politik

Bachelor und Master überprüfenKorrekturen an Studiengängen

07.07.2009, 17:20 Uhr

Drei Wochen nach dem "Bildungsstreik" hat Bundesbildungsministerin Schavan Hochschulen und Länder zur Kurskorrektur bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge aufgefordert.

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Bildungsministerin Schavan sieht sich zum Handeln gezwungen. (Foto: dpa)

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich für Korrekturen bei den Bachelor- und Masterstudiengängen ausgesprochen. So sei bei der Länge des Bachelor-Studiums mehr Flexibilität nötig, erklärte Schavan nach einem Gespräch mit Studenten und Vertretern der Hochschulen in Berlin. Es könne erforderlich sein, statt sechs auch sieben oder acht Semester zu studieren. Schavan stellte sich aber zugleich grundsätzlich hinter die neuen Studiengänge. Niemand wolle deren Abschaffung, betonte die Bildungsministerin.

Das Treffen war eine Reaktion auf die massiven Studentenproteste Mitte Juni im Rahmen der Aktion "Bildungsstreik". Eine der zentralen Forderungen der Studenten war die Abschaffung der neuen kürzeren Studiengänge in ihrer derzeitigen Form. Eingeführt wurden Master und Bachelor im Rahmen des sogenannten Bologna-Prozesses, mit dem ein gemeinsamer europäischer Hochschulraum geschaffen werden soll.

Leichter Übergang von Bachelor zum Master

An dem runden Tisch nahmen neben Schavan und Vertretern des Aktionsbündnisses "Bildungsstreik" auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) für die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, teil. Es habe Konsens darüber bestanden, dass niemand in die Zeit vor Bologna zurück wolle, sagte Schavan. Neben mehr Flexibilität forderte Schavan aber unter anderem, dass der Übergang vom Bachelor zum Master problemlos möglich sein müsse. Studierende sollten selbst entscheiden können, ob sie einen Master machen wollten oder nicht. Sie sei dabei gegen eine Quote.

HRK-Präsidentin Wintermantel verteidigte die Reform grundsätzlich, zeigte aber Verständnis für Proteste von Studenten. Die Hochschulen wüssten gut, dass die Situation vielfach schwierig sei, dass überfüllte Lehrveranstaltungen nicht der Vergangenheit angehörten und dass mancherorts die Prüfungslast zu hoch oder Studienpläne zu eng seien, erklärte Wintermantel.

Zustände an Hochschulen "unhaltbar"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte einen Kurswechsel im Bologna-Prozess. Drei Wochen nach dem bundesweiten "Bildungsstreik" dürfe es kein "Weiter so" geben, erklärte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ingrid Sehrbrock, erklärte, wenn Bologna nicht scheitern solle, werde eine "grundlegende Kehrtwende" gebraucht. Die Umsetzung der Reform laufe schlecht. Überfrachtete Stundenpläne, teils gestiegene Abbrecherquoten und hohe Hürden auf dem Weg ins Ausland prägten den Alltag an den Hochschulen, kritisierte Sehrbrock.

Quelle: AFP